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209 Jahre Ratserfahrung gehen in den Ruhestand

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Von: Florian Hesse

Ehrung langjähriger Ratsmitglieder
Von links Hartmut Wächter, Michael Brosch, Regina Reininghaus, Kurt-Dietrich Neuhaus, Karl-Friedrich Osenberg, Gabriele Apelt, Martin Halbrügge und Rainer Filling.  © Florian Hesse

Als am Montag, 2. November 2020, der Rat der Stadt Halver zur konstituierenden Sitzung zusammentrat, war das eine Zäsur. Zwölf Ratsfrauen und -herren waren mit Beginn der neuen Legislaturperiode neu im Amt. Zwölf andere hatten entweder ihr Amt aus verschiedenen Gründen von selbst niedergelegt oder waren durch das Ergebnis der Kommunalwahl vom September aus ihrem Amt gespült worden. Mehr als 200 Jahre Ratserfahrung gingen damit in den Ruhestand.

Halver - Um die Bedeutung ehrenamtlicher Kommunalpolitik, um Erfahrung und Persönlichkeiten ging es in der letzten Ratssitzung. Zum Teil mehrere Jahrzehnte, zum Teil aber gerade eine Legislaturperiode hätten sich die früheren Ratsmitglieder für die Stadt eingebracht, wie Bürgermeister Michael Brosch es in der Feierstunde vor dem offiziellen Sitzungsbeginn zum Ausdruck brachte. Die Corona-Pandemie hatte eine frühere Ehrung verhindert. Doch mit einer würdigen Ansprache und manchmal leisen, sehr persönlichen Worten fiel der Festakt am Montag ausgesprochen angenehm aus.

Es war eine Art Zeitstrahl, auf dem Brosch die Geehrten platzierte und sie in Verbindung brachte mit Ereignissen, die wichtig für die Stadt Halver mit Wirkung bis heute sind. Für Hartmut Wächter musste Brosch sieben Wahlperioden und damit bis ins Jahr 1984 zurückblicken. Da war der Bürgermeister 16. „Es geht“, sagte er mit Blick auf Wächters 35-jähriges Wirken für die Stadt, „eine riesige Erfahrung aus dem Gremium“. Und das galt auch für die weiteren Ehemaligen, die in die AFG-Aula gekommen waren.

Ausgeschieden aus dem Rat sind nach der Kommunalwahl

Im Mittelpunkt der persönlichen Ehrung stand am Montag nicht die Fraktionszugehörigkeit, auch wenn sich Brosch bei Rainer Filling leise an den Parteifreund wandte: „Danke für alles.“ Mehr ging es um den Querschnitt aus der Halveraner Bürgerschaft mit unterschiedlichen Befähigungen und Begabungen.

Osenberg und Apelt, die sich in den Belangen der Landwirtschaft von Berufs wegen glänzend auskennen und deren Interessen nach außen deutlich gemacht haben in den Fachausschüssen – aber auch deutlich darüber hinaus. Der Jurist Neuhaus, der in den maßgeblichen politischen Gremien unterwegs war und in den Beteiligungsgesellschaften, wo rechtliche und wirtschaftliche Fachkenntnisse unabdingbar sind. Bei Wächter war es politisch die komplette Palette, die Halver an Gremien zu bieten hat, und als langjähriger Leiter der Realschule die Kompetenz, als es um den Umbau der Schullandschaft ging. Und auch Eveline Scharwächter konnte in dieser Richtung liefern als Lehrerin mit täglichem Einblick in die schulische Praxis.

„Ich habe unglaublich nette Menschen kennen gelernt. Und das hat mein Leben sehr bereichert“

Regina Reininghaus

Bei Regina Reininghaus war es die Fähigkeit zum Ausgleich und ihr Wirken bei der Arbeiterwohlfahrt und dem Aufbau des Bürgerzentrums. Sie selbst sagt: „Ich bin dankbar für die ehrenamtliche Arbeit, die ich hier vor allem als stellvertretende Bürgermeisterin leisten durfte. Ich habe unglaublich nette Menschen kennen gelernt. Und das hat mein Leben sehr bereichert“, sagte sie in ihrem Dankeswort.

„Es war und ist mir eine große Ehre, in diesem Gremium mitarbeiten zu können.“

Karl-Friedrich Osenberg

Auch Karl-Friedrich Osenberg, der am Montag den 3. Platz des Heimatpreises in Empfang nehmen durfte, meldete sich kurz zu Wort: „Es war und ist mir eine große Ehre, in diesem Gremium mitarbeiten zu können“, sagte kurz und knapp der langjährige Kommunalpolitiker, den als starken Debattenredner vermutlich jede Fraktion gerne in ihren Reihen gehabt hätte.

„Die Humboldtschule ist ‘ne prima Schule. Hat doch alles geklappt!“

Hartmut Wächter

Und völlig ausgesöhnt nach der Diskussion um den Umbau der Schullandschaft mit Haupt- und Real- zur Sekundarschule zeigte sich auch Hartmut Wächter. „Die Humboldtschule ist ‘ne prima Schule. Hat doch alles geklappt!“

„Das Ehrenamt bildet das Rückgrat unserer zivilen Gesellschaft.“

Michael Brosch

Für alle Geehrten und Ausgeschiedenen, aber auch für die Mitglieder des amtierenden Rates, gelten vielleicht zwei Sätze, die der Bürgermeister mit Blick aufs Ehrenamt und die freiwillige Verantwortlichkeit in seinem Grußwort formulierte: „Das Ehrenamt bildet das Rückgrat unserer zivilen Gesellschaft. Sie alle bilden das soziale Antlitz unserer Stadt.“

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