Innenstadt-Fläche am Herpiner Weg

Umzug für Lidl geplant: Ist das die Rettung für den Werkhof?

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Neuordnung im Blick: Seit mehreren Jahren laufen die Überlegungen und Gespräche zu den Flächen am Herpiner Weg.

Die Verträge sind unter Dach und Fach. Der Abschluss mehrerer miteinander verbundener Grundstücksgeschäfte dürfte einen weiteren wichtigen Schritt zur Rettung des Werkhofs bedeuten.

Halver - Auf unsere Anfrage bestätigt Kämmerer Markus Tempelmann die Beurkundung der Verträge für die großen innerstädtischen Flächen nördlich des Herpiner Weges, das heißt: der Fläche der früheren Firma Jung-Boucke und angrenzender Grundstücke. 

Seit fünf Jahren versuche er, die Interessenlagen der Beteiligten zusammenzuführen, um das Gesamtpaket zu schnüren, sagt der Kämmerer. Dies sei nun gelungen. 

Was bedeutet das konkret?

Zu vertraglichen Details wollte sich Tempelmann naturgemäß nicht äußern, doch die Zielrichtung ist auch in der Halveraner Politik bekannt. Im Einzelnen geht es um Folgendes: 

  • Der Discounter Lidl soll die Möglichkeit erhalten, seinen Standort von der Hagener Straße in die Stadt zum Herpiner Weg zu verlagern. Dazu erwirbt Lidl Flächen von der Stadt und weiteren Beteiligten. 
  • Für den dahinter gelagerten Teil des Betriebsgeländes interessiert sich eine alteingesessene Halveraner Firma, die nach Erweiterungsmöglichkeiten gesucht und sie dort gefunden hat. 
  • Um dies umsetzen zu können, verlagert einer der Eigentümer seinen jetzigen Kfz-Betrieb nach Osten auf den Betriebszugang der Firma Jung-Boucke, den früheren Parkplatz. 

Die jetzt gefundenen Lösung steht laut Markus Tempelmann allerdings noch unter Vorbehalt. Sie müsse noch rechtlich über einen Bebauungsplan abgesichert werden. 

Fortbestand des Werkhofs gesichert

Elementar wichtig sind aber die Vereinbarungen für den Fortbestand des Werkhofs, und zwar vor folgendem Hintergrund: Wenn Lidl sich nach Abriss der Industriegebäude am Herpiner Weg ansiedelt, ist der Werkhof-Standort an der Frankfurter Straße außer Gefahr. 

Für die Immobilie hatte Lidl bereits eine Abrissgenehmigung erwirkt und war in zwei Verfahren vor Verwaltungsgerichten erfolgreich. Die Stadt Halver hätte rechtlich eine Ansiedlung des Discounters kaum verhindern können. Dafür hätte der Werkhof abgebrochen werden müssen. 

Bereits 2018 Unterschriften gesammelt

Das Szenario aber ist vom Tisch, weil Lidl auf die Rechte im Bezug auf das Werkhof-Gelände verzichtet, konkret auf einen zwischenzeitlich erwirkten positiven Vorbescheid. Er freue sich enorm über den „städtebaulich wichtigen Erfolg“, so Tempelmann. Unter anderem seien 3400 Unterschriften, die von der Halveranerin Diana Hutchinson für den Erhalt des Werkhofs gesammelt worden seien, ein Ansporn gewesen, alles zu versuchen, den Standort des Werkhofs zu erhalten. Dafür hätten im Frühjahr 2018 durch einen Strategiewechsel die Weichen entscheidend gestellt werden können.

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