Villa Wippermann

"Nach 20 Jahren ist es genug": Neue Organisation in der Villa Wippermann

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Die Villa Wippermann.

Halver - „Nach über 20 Jahren muss es genug sein“, sagt Peter Bell vom Heimatverein Halver. Zum Jahreswechsel legt er die Organisation der Ausstellungen in der Villa Wippermann in neue Hände.

Für das Heimatmuseum im ersten Obergeschoss will Bell weiter Ansprechpartner bleiben. Mit Auslaufen des Vertrages zwischen Stadt und Heimatverein zum Ende des Jahres aber übernimmt Jana Eilhardt die Regie, was die wechselnden Ausstellungen im Erdgeschoss des Regionalmuseums angeht. Was sie vorhat, wird sie am 7. November, im Ausschuss für Kultur, Soziales und Sport vorstellen (17 Uhr, Ratssaal, öffentlich). 

Er wolle altersbedingt mit nunmehr 70 Jahren etwas kürzer treten, begründet Bell seinen Ausstieg. Die Organisation der Ausstellungen, die in den vergangenen drei Jahren auch überregional Beachtung gefunden hatten, bedeute zeitweise „einen Full-Time-Job“, wie er rückblickend sagt. Es gehe darum, Kontakte herzustellen, Personal für den Dienst zu finden, auch selbst zu helfen, Bilder aufzuhängen, sie mit Strahlern ins richtige Licht zu setzen oder auch mal Papier und Müll einzusammeln. 

Peter Bell gibt die Organisation der Villa Wippermann ab.

In vielfacher Hinsicht gilt sein Dank dabei den Mitarbeitern des Bauhofs, wenn es zu räumen und anzupacken galt. „Die sind echt spitze“, sagt Bell über die Eingreiftruppe der Stadt und mit der Erfahrung von mehr als 100 Ausstellungen in den vergangenen 20 Jahren, davon drei im Regionalmuseum an der Frankfurter Straße. „Ich habe das immer gerne gemacht“, stellt Bell trotz des Zeit- und Arbeitsaufwandes fest. Doch Mitte des Jahres sei die Entscheidung zum Rückzug gefallen. 

Nachfolgerin steht fest

Passend dazu habe Jana Eilhardt angeboten, in die Bresche zu springen. „Das wäre was für mich“, habe sie signalisiert, wodurch ein fließender Übergang gewährleistet ist. Was Jana Eilhardt in der Villa Wippermann vorfindet, ist ein gut bestelltes Haus. Die Bürger in Halver und viele Auswärtige nehmen das Angebot gerne an und besser als in vergleichbaren Museen. Die Villa sei mit dem vorherigen Museum an der Von-Vincke-Straße überhaupt nicht zu vergleichen, was Räumlichkeiten und technische Möglichkeiten angeht, findet Bell, der von der Planung bis zum Umzug das Regionale-Projekt federführend begleitet hat. 

5000 Besucher im Jahr

In starken Jahren zählt das Haus 5000 Besucher und mehr, abhängig von der Art der gebotenen Ausstellung. Bei der Hundertwasser-Ausstellung seien es 5500 gewesen, bei „da Vinci“ etwa 5000. Ohne besondere Highlights seien es immer über 3000 Gäste im Haus der Kultur – eine Zahl, die Bell auch für 2019 erwartet. Die letzte Ausstellung, die er nach Halver geholt hat, öffnet am Sonntag ihre Türen. „Gesichter und Geschichten zwischen Diktatur und Demokratie“ lautet ihr Titel. 

Der Historiker Matthias Wagner und der Fotograf Dirk Vogel haben dafür alte Menschen aus der Region interviewt und fotografiert, und für diese Ausstellung hat Bell einen besonderen Wunsch: Gerade junge Menschen sollten die Chance nutzen, Einblicke in die zurückliegenden Lebenswelten der Älteren zu gewinnen. „Es wäre schön, wenn unsere Schulen die Villa Wippermann häufiger besuchten“, ist seine Hoffnung.

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