Stadt Halver schreibt weiter schwarze Zahlen

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Kämmerer Markus Tempelmann möchte den Schuldenstand weiter reduzieren. Das ist sein Ziel.

Halver - Zum zweiten Mal in Folge wird die Stadt Halver zum Jahresende 2019 einen Gewinn ausweisen. 271.000 Euro im Plus: Das ist das genaue Ziel des Haushalts für das kommende Jahr, den am Montagabend der Rat einmütig verabschiedete.

Damit erfüllt die Stadt die Vorgabe des Stärkungspakts, ab 2018 einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren. Und sie kommt dem erklärten Ziel von Kämmerer Markus Tempelmann näher, den Schuldenstand von noch 37,1 Millionen Euro, Stand Montagnachmittag, zu reduzieren.

Diese Summe entspricht in etwa auch dem Gesamtvolumen der städtischen Ausgaben im kommenden Jahr. 39,7 Millionen Euro bewegt die Stadt laut aktueller Planung der Kämmerei. Etwa ein Drittel davon, genau 13,65 Millionen Euro, zahlt die Stadt für die allgemeine und für die differenzierte Kreisumlage.

Schwarze Null "vor neun Jahren noch unvorstellbar"

Die schwarze Null in der Rechnung „war vor neun Jahren noch kaum vorstellbar“, sagt Tempelmann im Gespräch mit dem AA. 2009 und 2010 hatte die Jahresrechnung noch mit einem echten Defizit von jeweils über 5 Millionen Euro geschlossen. Mit dem Beitritt zum Stärkungspakt habe man begonnen, alle Aufgabenbereiche zu analysieren, um am Ende „mit weniger Ressourcen zu besseren Ergebnissen zu kommen“, wie der Kämmerer rückblickend sagt.

Dass die Stadt letztlich die Wende und den Ausgleich geschafft habe, sei im Wesentlichen Verdienst der Kolleginnen und Kollegen, die das in der Praxis bewerkstelligt hätten: „Das ist unsere wichtigste Ressource.“ Denn es sei bei stabilen Personalkosten gelungen, Sachkosten stetig zu reduzieren.

Diese Investitionen sind vorgesehen

Parallel zur Haushaltskonsolidierung plant die Stadt Halver für 2019 Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. 10,417 Millionen Euro, davon 4 Millionen aus Fremdmitteln wie Fördergeldern oder Pauschalen, sind es unter anderem für

  • den Kanalbau in Oberbrügge (2,1 Millionen Euro)
  • die Fertigstellung der Baumaßnahme Oesterberg (1 Million Euro)
  • die Sanierung der Fassade der Humboldtschule (630.000 Euro)
  • Instandhaltung von Kanälen (858.000 Euro)
  • Kanalbau Oesterberg (400.000 Euro)
  • Löschfahrzeug Feuerwehr Halver (275.000 Euro).

Zudem fließen konsumtiv 750.000 Euro in Maßnahmen der Straßenunterhaltung.

Steigende Zinsen ein Risikofaktor

Mit Blick auf die kommenden Jahre bleibt die schwarze Null auch mit Auslaufen des Stärkungspaktes im Jahr 2020 Pflicht. Das ist nach Einschätzung Tempelmanns zu schaffen, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht erheblich verschlechtern. Zu den Risiken zählt er steigende Zinsen, die angesichts des weiter hohen Schuldenstandes die Bilanz verhageln könnten, oder konjunkturelle Risiken.

Auf der anderen Seite fielen im Jahr 2020 die Lasten für den Fonds Deutsche Einheit weg, die 2019 letztmalig mit 609.000 Euro zu Buche schlagen. Seit 1991 waren es insgesamt 14,9 Millionen Euro, die Halver dafür aufzubringen hatte.

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