Ehemaliger Angestellter klaut Firmenwagen

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Weil er der Meinung war, dass ihm sein ehemaliger Arbeitgeber noch Geld schulde, klaute ein Mann einen Firmenwagen. (Symbolbild)

Halver/Lüdenscheid - Nachdem ein Man aus Radevormwald einige Zeit für eine Firma in Halver gearbeitet hatte, trennten sich die Wege von Chef und Angestelltem. Aus dessen Sicht blieben einige Zahlungen an ihn offen. Am 22. Juni 2016 geht es mit dem Mann durch.

Im Wissen, dass sein ehemaliger Vorgesetzter gerne mal sämtliche Fahrzeuge unverschlossen stehen lässt, macht sich der Mann am späten Abend auf den Weg nach Halver. Und tatsächlich: Ein 5er BMW Turbodiesel steht mit offener Tür auf dem Hof. Die Schlüssel stecken. 

Der 46-Jährige überlegt nicht lang und fährt mit dem Wagen in die Nacht. Zunächst besucht er eine Bekannte. Dann verschlägt es ihn ins Oberemsland. Dort bleibt er sechs Wochen lang, legt knapp 1500 Kilometer mit dem Auto des Chefs zurück. Auf dem Weg zurück nach Radevormwald legt er auf einem Rastplatz in Remscheid eine Pause ein, macht im Wagen ein Nickerchen. Aus diesem wird der 46-Jährige durch an die Scheibe klopfende Polizisten geweckt. 

"Ich bin durchgedreht"

Weil das Vorgehen des Mannes einen Diebstahl darstellt, musste er sich im Amtsgericht Lüdenscheid verantworten. „Ich bin durchgedreht. Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich da geritten hat“, sagte der Angeklagte. Er habe sich von seinem Chef ungerecht behandelt gefühlt. Besagter Chef sah das anders. Im Zeugenstand erklärte er, aus seiner Sicht seien keine Zahlungen mehr offen. 

Auch, wenn der 47-Jährige das Verhalten seines ehemaligen Mitarbeiters nicht gutheißen konnte, sah er keinen Anlass, dem Mann Ärger zu machen: Er habe das zwölf Jahre alte Auto ohne Beschädigung zurückbekommen. Für ihn sei die Sache erledigt. Auf den Angeklagten gekommen waren die Ermittler durch ein Blitzerfoto, das dem Zeugen zugegangen war. Darauf hatte der den 46-Jährigen erkannt.

Strafe müsse spürbar sein

Das Urteil gegen den nicht vorbestraften Mann lautete: 1350 Euro Geldstrafe. Die Strafe müsste spürbar sein, erklärte der Richter. Schließlich habe der Wagen noch einen Wert von etwa 7000 Euro. Der Angeklagte akzeptierte die Entscheidung. Und da die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig.  jape

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