Eine Woche voller Einsätze

Nach Unwetter-Katastrophe: THW seit einer Woche im Dauereinsatz

thw halver
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Zusammen mit fünf Halveraner Feuerwehrleuten pumpte der THW Halver ein Stellwerk der Deutschen Bahn in Hagen aus.

Es ist eine Woche, die Matthias Oelke und seine Kameraden des Technischen Hilfswerks (THW) Halver nie vergessen werden. Eine Woche voller Einsätze im Zuge der Hochwasser-Katastrophe.

Halver – Die Einsatzkräfte um Zugführer Oelke wurden nicht nur in Halver gebraucht, sondern auch in Lüdenscheid und Hagen. Selbst im Ruhrgebiet – in Essen – waren die Halveraner bis Mittwoch im Einsatz. „Wir haben agiert wie in einem Film. Ich wusste nach einer Zeit auch nicht mehr wirklich, welcher Wochentag ist“, sagt Oelke.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Mehr als 40 Kräfte waren unterwegs, um vor Ort eingeschlossene Menschen aus Häusern zu retten, Kanäle auszupumpen, Sturzbäche umzuleiten oder im Fall von Essen eine überflutete Senke leer zu pumpen. Aber auch, um den Menschen die Hoffnung zu geben. Aufgeteilt waren sie dabei in vier Gruppen: der Zugtrupp, der Bergungsgruppe BGr (Universaleinheit), die Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung (Schwerpunkt Stromversorgung, Beleuchtung, kritische Infrastrukturen) sowie die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen.

Bereits am Mittwoch vergangener Woche wurde Oelke am Vormittag als Fachberater zur Einsatzleitung des Märkischen Kreises berufen, um während der Phase der „Großschadenslage“ zu beraten. Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten.

Ausgestattet mit zwei Unimogs, die auch durch tieferes Wasser waten können, unterstützte der THW die Lüdenscheider Feuerwehr bei der Evakuierung am Schloss Neuenhof. Sie hatten zudem eine Pumpe dabei. Doch diese konnte nicht helfen. Denn die Strömung war zu stark. „Die Situation war aussichtslos, wenn man das Wasser nirgendwo hinpumpen kann, können wir es auch nicht pumpen“, erklärt Oelke.

Die Pumpe war dafür am Mittwoch und Donnerstag im Halveraner Industriegebiet Schürfeld in Betrieb, um eine Halle abzupumpen, mit dem Ziel, das darin befindliche Maschineninventar zu retten.

Noch bedrohlicher war die Lage während des Mittwochs und Donnerstags in Oberbrügge. Oelke und sein Team befreiten Menschen aus ihren Häusern, zum Teil mit den Unimogs, zum Teil auch mit dem Schlauchboot. Unter ihnen war auch eine liegende, pflegebedürftige Frau. „Das sind schon Eindrücke, die einen bewegen und nicht kalt lassen. Wir waren bis nachts um drei Uhr unterwegs und am nächsten Morgen ging es direkt weiter. Aber wir haben bei unserer Tätigkeit auch schon viel gesehen“, schildert der Zugführer die Ereignisse. Dennoch erfuhren Oelke und seine Kameraden auch von Einsätzen wie dem Tod des Feuerwehrmannes in Altena. „Solche Nachrichten fassen einen schon sehr an.“ Dennoch gibt es auch in Tagen wie diesen Momente, die ihm positiv in Erinnerung bleiben. Dazu zählt der Einsatz am vergangenen Freitag beim Stellwerk der Deutschen Bahn in Hagen. Mithilfe von fünf Feuerwehrleuten aus Halver pumpte der THW ein Stellwerk aus. „Da haben wir wirklich sehr gut zusammen gearbeitet“, sagt Oelke.

Auch in den nächsten Tagen wäre das THW-Team bereit, um weitere Einsätze zu fahren. „Alle Einsatzkräfte waren hoch motiviert und sind mit ihrer Fähigkeit und Ausdauer an alle Aufgaben herangegangen“, sagt Oelke, der in diesem Zusammenhang auch den Arbeitgebern dankt: „Die meisten Arbeitgeber haben uns sofort freigestellt, da hatten wir kein Problem.“

Falls weitere Einsätze folgen, steht der THW bereit. „Wenn einer will, dass wir nach Ahrweiler oder ins Berchtesgadener Land gehen, dann machen wir das auch“, sagt Oelke. Denn seine Kameraden und er stehen bereit. Anstrengende Woche hin oder her.

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