Unterricht könnte bis zu 20 Minuten früher beginnen

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HALVER ▪ Viele Schülerinnen und Schüler in Halver müssen sich auf neue Unterrichtszeiten ab dem kommenden Schuljahr einstellen.

Seit mehr als einem Jahr ist das Berliner Planungsbüro Proziv im Auftrag des Märkischen Kreises damit beschäftigt, den Schulbusverkehr auf Einsparmöglichkeiten zu untersuchen. Erste Ergebnisse sind jetzt im Internet einsehbar – und sie bestätigen, was bereits Thomas Gehring, Fachbereichsleiter „Bürgerdienste“, im Hauptausschuss andeutete: Halvers Schulen sind von den Änderungen besonders betroffen.

Wie aus den online veröffentlichten Plänen hervorgeht, würden sich die Unterrichtszeiten in Halver durchschnittlich um 18 Minuten verschieben. Zumindest dann, wenn die Planer die so genannte V20-Regelung zugrunde legen, auf die sich die Schulträger nach AA-Informationen bei einem Treffen Ende Oktober verständigt haben. Die Abkürzung V20 bezeichnet den maximalen Minuten-Rahmen, in dem man sich bei den neuen Fahrzeiten orientieren will. Alternativ berechnete das Büro auch eine „Variante 35“: Diese zöge in Halver eine durchschnittliche Veränderung um 26 Minuten nach sich.

Hintergrund

Gemeinsam mit Herscheid, Plettenberg, Iserlohn, Hemer und Menden gehört Halver zu jenen Kommunen, die laut Untersuchung besonders stark von den Neuregelungen betroffen ist. Eine „moderate Betroffenheit“ stellt das Büro für Neuenrade, Nachrodt-Wiblingwerde, Lüdenscheid und Altena fest. Auf Schalksmühler Schulen kommen bislang keine Änderungen zu. Details zu den geplanten Beförderungs- und Unterrichtszeiten in jeder einzelnen Schule sind unter http://www.proziv.de/sv-mk abrufbar.

Zu deutlichen Verschiebungen der Unterrichtszeit käme es jedoch auch nach der „Variante 20“: An der Realschule müsste der Unterricht laut Untersuchung statt um 8 Uhr bereits um 7.40 Uhr beginnen, der Unterricht am Anne-Frank-Gymnasium würde sich von 8.05 Uhr um 20 Minuten auf 7.45 Uhr nach vorne verschieben. An der Ganztagsschule würde der Unterricht statt um 8 Uhr ebenfalls um 7.45 Uhr starten.

Doch es gibt auch positive Auswirkungen auf heimische Schulen – zumindest für solche Schüler, die gerne länger im Bett bleiben: An der Grundschule „Auf dem Dorfe“ und in Oberbrügge würde sich der Unterrichtsbeginn nach der vorliegenden Rechnung um 15 Minuten nach hinten verschieben, jeweils von 8.05 auf 8.20 Uhr. Die Lindenhofschüler müssten statt um 7.55 Uhr erst um 8.15 Uhr in den Klassenräumen sitzen. Unverändert blieben nach der bisherigen Untersuchung die Anfangszeiten am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg (7.15 Uhr) und an der Susannenhöhe (8.10 Uhr).

Von den Änderungen erhoffen sich Kreis und MVG nicht nur Synergieeffekte und damit Ersparnisse im Linienverkehr, sondern offenbar auch Verbesserungen in der Beförderungsqualität: Anhand einer Beispielberechnung zeigt das Planungsbüro etwa auch die Verkürzung der Fahrzeit von Lausberge-Birkenbaum bis zum AFG von bisher 45 auf dann nur noch 33 Minuten auf. Wie es weiter heißt, habe die MVG die technologische Machbarkeit bereits bestätigt, abschließende Gespräche mit Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) liefen noch. Insgesamt rechnet das Planungsbüro bei Umsetzung der Variante 20 mit Einsparungen in Höhe von 419 000 Euro, von denen 295 000 Euro allein auf den Bereich der MVG entfallen.

Wie Reinhard Neuhaus, bei der Stadtverwaltung mit dem Thema vertraut, gestern auf AA-Anfrage erklärte, stünden abschließende Gespräche zwischen Planungsbüro und den einzelnen Schulleitungen jedoch noch aus: „Die Feinabstimmung muss noch erfolgen.“ So handele es sich bei den vorliegenden Daten zunächst nur um vorläufige Werte. Sämtliche Eltern sollen im kommenden Jahr frühzeitig über die letztlich notwendigen Änderungen informiert werden. Die Umsetzung des Gesamtkonzepts soll laut Planungsbüro Proziv zum 4. September 2013 erfolgen. ▪ Frank Zacharias

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