Stiftung aus Düsseldorf

Verein aus dem MK bekommt Unterstützung vom Bundesministerium

freunde togo
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Auf der Lehrfarm ernten rund 100 Landwirte noch per Hand. Das soll sich mit dem neuen Großprojekt des Halveraner Vereins ändern.

Der Halveraner Verein der Freunde Togos hat mit seinem nächsten Großprojekt in dem westafrikanischen Land eine renommierte Düsseldorfer Stiftung überzeugt.

Halver – Daher profitiert der Verein erstmalig von einer finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 25 000 Euro erhalten die Freunde Togos von den Schmitz-Stiftungen, die jährlich kleine Selbsthilfeprojekte mit Zuschüssen in Millionenhöhe fördert. Dennoch ist der Verein auf Spendengelder angewiesen, um den Eigenanteil in Höhe von 9500 Euro aufbringen zu können.

StadtHalver
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl16.108 (Stand: 31.12.2020)

Mit dieser Summe erweitern die Freunde Togos und ihr lokaler Partnerverein das Angebot auf ihrer Lehrfarm in dem Ort Kougblenou Copé. Dort schulen einheimische Experten rund 100 Landwirte darin, nachhaltiger und ohne Chemie ertragreicher zu wirtschaften. Von der Arbeit auf dem Feld lebt der Großteil der Familien im Landesinneren nördlich der Küstenhauptstadt Lomé – in der Regel am Existenzminimum.

Verein aus dem MK bekommt Unterstützung: Pflüge kosten vierstellig

Das möchte der Verein mit seinen Partnern ändern. „Wir werden in Togo zwei mechanische Pflüge samt Aufsätzen kaufen, die sowohl die Ein- und Aussaat erleichtern als auch bei der Ernte helfen“, erklärt Colin Nolan, der 31-jährige Vereinsvorsitzende und -gründer. Bislang verrichten die Landwirt alle Arbeiten per Hand, bei teilweise extremer Hitze.

Was auch bedeutet: Mit mechanischer Hilfe können mehr Flächen bearbeitet und mehr geerntet werden. Die beiden Pflüge kosten zusammen rund 7.000 Euro. „Außerdem werden wir ein Lastenmotorrad anschaffen, mit dem die Ernte zum Beispiel zum Markt transportiert wird“, sagt Nolan. Der Preis dafür liegt bei etwa 2.300 Euro.

Mit den Zuschüssen und den noch nötigen Spenden finanziert der 2013 von vier Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums gegründete Verein darüber hinaus Schulungen und Bio-Saatgut, den Bau kleinerer Gebäude auf der Lehrfarm sowie das Gehalt der Experten und Angestellten vor Ort.

Verein aus dem MK bekommt Unterstützung: 18 Landwirte bewirtschaften 100 Hektar

Die rund 100 Landwirte bewirtschaften in 18 Kooperativen knapp 100 Hektar. Das entspricht einer Fläche, die 166 Mal so groß ist wie das Schwimmbecken der Herpine. „Hauptsächlich wird in der Region Mais für den Eigengebrauch angebaut. Mais ist jedoch sehr schädlingsanfällig und verbraucht sehr viel Wasser – und ist für den Verkauf nicht lukrativ“, erklärt Colin Nolan. Im Rahmen des neuen Programms sollen daher „besonders nachhaltige Anbaumethoden“ gefördert werden. Der Fokus liegt auf: Soja, Erdnuss und Hirse. „Diese Feldfrüchte werden weniger selbst verbraucht, sind jedoch im Verkauf lukrativer als Mais.“ Der Anbau unterschiedlicher und mehrerer Feldfrüchte minimiert außerdem das Risiko, dass eine Ernte bei widrigen Bedingungen zum größten Teil oder gar komplett ausfällt.

Das Großprojekt der Freunde Togos hat das Ziel, den Landwirten ein zusätzliches Einkommen zu sichern, die Arbeit weniger körperlich anstrengend und vor allem lukrativer zu machen. Auf diese Weise soll Landwirtschaft für die junge Dorfbevölkerung attraktiver werden. Die nachhaltigere Anbauweise schützt zudem die Qualität der hitzegeplagten Böden langfristig.

Jetzt hofft der 38-köpfige Verein – der in den vergangenen acht Jahren deutschlandweit Mitglieder dazugewonnen hat – auf finanzielle Unterstützung von Privatpersonen und Unternehmen, um sein nächstes Ziel nach dem Bau eines Familienzentrums und dem Aufbau der Lehrfarm erfolgreich umzusetzen.

Von Carsten Rose

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