Im August doppelte Verstärkung

Größere Belastungen für Pfarrer in Halver

+
Ein Pfarrer für fünf Kirchen: Claus Optenhöfel predigt an den Wochenenden drei- bis viermal in Gottesdiensten von der Kanzel aus. Auch die Gemeindereferentinnen Sandra Schnell und Eva Koch halten Wortgottesdienste.

Halver/Schalksmühle - Die Belastung sei von den Umfängen her deutlich größer geworden, sagt Pfarrer Claus Optenhöfel von der Katholischen Kirchengemeinde Christus König und meint damit die Zeit seit November, als Pastor Armin Rogge beurlaubt wurde.

Gleichwohl lobt Optenhöfel das Zusammenwirken: „Die Pfarrei hat gut mitgespielt“. Damit meint er den Vorstand, Gemeinderäte und alle anderen, die sofort signalisiert haben: „Wir helfen mit.“ Insbesondere gilt dies für die beiden Gemeindereferentinnen Sandra Schnell und Eva Koch. Sie dürfen zwar keine Messen (Abendmahl, Eucharistie) feiern, aber Wortgottesdienste halten.

Dadurch entlasten Koch – die trotz einer Viertelstelle oft an den Wochenenden im Einsatz ist – und Schnell den Pfarrer. Geregelt wurde ebenfalls dass in den vier der fünf Kirchen, die zur Pfarrei gehören, sonntags zwei Gottesdienste parallel gefeiert werden, in den anderen beiden sie aber auf Sonntagabend oder Samstag verschoben werden – und dies im stetigen Wechsel.

Wenn daher in der Kirche Christus König in Halver samstags ein Gottesdienst stattfindet, muss die Vorabendmesse in Oberbrügge ausfallen. Für den Leiter der Großpfarrei bedeutet dies dennoch, an den Wochenenden drei- oder viermal Gottesdienste zu halten. Lediglich seit Mitte März, als der Lockdown wegen der Corona-Pandemie kam, verlagerten sich die Belastungen in andere Bereiche.

Schon vorher hatte sich aber Claus Optenhöfel aus dem Karnevalsgeschehen herausgezogen – normalerweise steht der Pfarrer traditionell immer in der Bütt beziehungsweise auf der Bühne. Doch in diesem Jahr ist alles ganz anders: Seit März keine Gottesdienste, keine Treffen in den Gemeinden und als dann die Lockerungen kamen, ging es mit den Gottesdiensten weiter. Mit Anmeldungen, Tragen eines Mundschutzes beim Betreten der Kirchen und Abstandsregeln – jede zweite Bank darf nicht belegt werden.

Besucher nach Hause geschickt

Das schränke die Besucherzahlen ein, sagt der Pfarrer. So sei es am vergangenen Sonntag passiert, dass ein Besucher wieder nach Hause geschickt werden musste, da dieser unangemeldet kam und alle Plätze belegt waren. „In der Kirche Christus König sind das nur 40“, verdeutlicht Optenhöfel, dass die anderen Gotteshäuser in Schalksmühle, Breckerfeld, Hagen-Dahl und besonders Oberbrügge noch weniger Besucher aufnehmen können.

Aus diesem Grund sind neue kreative Ideen gefragt: Waren es während des Lockdowns die Sonntagsimpulse, die per Video auf die Homepage gestellt wurden, oder die Informationen für die Kommunionskinder – die Kommunion musste auf September verschoben werden –, so sind es nun die Open-Air-Gottesdienste, für die man sich, nach der Wetterlage, recht spontan entscheidet und bei denen mehr Besucher kommen können.

„Das geht aber nicht in allen Gemeinden, da haben wir nicht den Platz wie hier im Hof des Pfarrer-Neunzig-Hauses“, erklärt Optenhöfel. Unterstützung und Hilfe gebe es aber nicht nur von den Gremien der Pfarrei, sondern seit Ende Mai auch von der Pfarrei St. Maria Immaculata in Meinerzhagen. Denn dorthin wechselte Ende März Pfarrer Peter Kroschewski, um das Pastoralteam in Meinerzhagen, Valbert, Kierspe und Rönsahl zu verstärken – und nun in der Nachbarpfarrei Christus König auszuhelfen.

Denn Pfarrer Claus Optenhöfel tritt in der kommenden Woche seinen Urlaub an, da seien die Kollegen besonders gefragt. Direkte Verstärkung gibt es zu Beginn des kommenden Monats, wenn mit Stefan Hegerich ein Diakon mit Zivilberuf von Lüdenscheid nach Halver sowie Schalksmühle, Breckerfeld und Dahl wechselt. Zum Diakon sei er schon geweiht, sagt Claus Openhöfel, er dürfe also auch Taufen, Trauungen und Beerdigungen durchführen, doch wird er die siebenjährige Ausbildung erst in der Pfarrei abschließen.

Unterstützung von der Nachbarpfarrei

Zudem wird am 1. August Pastoralassistent Jan-Hendrik Ilk in der katholischen Großpfarrei als Verstärkung erwartet. Er dürfe zwar keine Sakramente spenden, aber Gottesdienste halten. Zudem soll er im gemeindlichen Bereich eingesetzt werden. Schließlich soll es nach den Sommerferien mit dem Gemeindeleben wieder losgehen.

„Wir werden behutsam vorgehen“, erklärte Claus Optenhöfel, dass die formalen Hygiene- und Abstandsregelungskonzepte vorhanden sind, nur die Säle genutzt werden – diese sind vorbereitet und wahren durch weniger Stühle die Abstände – und sich maximal 10 bis 14 Personen treffen können. Derzeit werden die Gemeindehäuser lediglich zu Besprechungen und Absprachen genutzt. Das Gemeindeleben der Pfarrei Christus König ist also auf einem Weg zur Normalität.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare