1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Halver

Unterricht ohne Maske: Schulleiter im MK sorgen sich 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sarah Lorencic

Kommentare

Maske im Unterricht
Eine Schülerin steht mit Mund-Nasenschutz vor einer Tafel. Dieses Bild soll bald der Vergangenheit angehören. © Guido Kirchner/dpa/Symbolbild

Die Maskenpflicht fällt voraussichtlich am Sonntag, 3. April. In Schulen kehrt dann gefühlte Normalität ein. Aber wie geht man mit der neuen alten Freiheit um? Welche Bedenken bleiben?

Halver - Unterricht ohne Masken. Kaum vorstellbar, aber am Montag, 4. April, ist das wieder der Fall. Die Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes fällt voraussichtlich am Samstag, 2. April. Paul Meurer kann nur hoffen, sagt er ironisch, dass Corona am Montag vorbei ist. „Wir setzen das so um, wie es im Erlass steht“, sagt der Leiter des Anne-Frank-Gymasiums (AFG). Aber er hofft, dass die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer „richtige Entscheidungen“ treffen. Ohne einen klaren Appell zu formulieren sagt er: „Jeder kann mit freiem Willen entscheiden, aber hoffentlich auch mit Verstand.“ Eine Diskussion in der Schule werde es nicht mehr geben, kündigt Meurer an. Er erwartet aber, dass alle Personen, die auch ohne Pflicht weiterhin eine Maske tragen, respektiert werden. „Daraus dürfen keine Nachteile entstehen.“ Er selbst wird es weiter so handhaben wie bisher. Und auch für die anstehenden Abiturprüfungen geht er stark davon aus, dass die Abiturienten „vernünftig sein werden“.

Für die kommenden voraussichtlich zwei bis drei Jahre wird trotz der fallenden Maßnahmen nicht alles so sein wie vor Corona. Schulfahrten finden zwar wieder statt, aber nicht mehr übers ganze Jahr verteilt. Stattdessen soll dafür nur noch der Zeitraum vor den Osterferien und eine Woche nach den Herbstferien genutzt werden. Bereits jetzt wurde bewusst eine Klassenfahrt nach Trier ins Frühjahr verlegt. Das seien „Steuerungsmechanismen, um gut durch diese Zeit zu kommen“.

Derzeit weiß Meurer noch über die Coronazahlen an der Schule Bescheid. Im Durchschnitt, sagt der Schulleiter, sind es immer rund 20 Personen, die entweder an Corona erkrankt, in Quarantäne oder Kontaktperson sind. Wie viele es nach den Ferien sind, wird man mit der fallenden Testpflicht nicht eruieren. Und das, obwohl nach der Urlaubszeit die Infektionszahlen meist hoch waren. „Ich gehe davon aus, dass wir uns zu den Herbstferien wieder damit beschäftigen müssen.“

Ähnlich sieht die Situation auch Rainer Klausing. „Mir entgeht die Logik“, sagt der Leiter der Humboldtschule. Seit fast zwei Jahren höre man von der Wirksamkeit der Masken und dann sollen Schüler in Klassen, in denen man keinen Abstand halten kann, keine Masken mehr tragen. Doch Klausing merkt an, dass Corona-Erkrankungen eine andere Einstufung bekommen, das sehe man bereits in den Nachbarländern. Aber dann dürfte es auch keine Quarantäne mehr geben, sagt der Schulleiter. „Das ist nicht konsequent.“ Aussprechen tue es zwar keiner, aber für Rainer Klausing macht es den Eindruck, als gehe es in Richtung der Durchseuchung, um einen höhren 2G-Status zu erreichen – wenn dieser schon nicht durch die Impfung erreicht werden kann.

Auswirkungen hat der Wegfall der Testungen für Schwangere, wie Klausing erklärt. Einige Lehrerinnen seien derzeit in anderen Umständen. Sobald aber ein Corona-Fall an der Schule bekannt ist, haben sie ein Beschäftigungsverbot für 14 Tage. Und weil es immer eine positive Person an der Schule gab, waren sie schon lange nicht mehr in der Schule. Wie soll man jetzt damit umgehen, wenn nicht mehr getestet wird?

Auch wenn die Pflicht wegfällt, sagt Klausing, werden zumindest die Lehrer die Masken weiterhin tragen. An die Eltern ging indes ein Schreiben raus, in dem der Schulleiter darum bittet, zumindest in der letzten Woche vor den Ferien die Maske weiter zu tragen, um Quarantänen in den Ferien zu vermeiden.

Das gleiche Vorgehen wählte Daniel Riegel und bat die Eltern in einem Schreiben um dasselbe. Denn die Grundschulen blicken mit Sorge auf die kommenden Wochen, wie der Leiter der Regenbogenschule sagt. Er kann die Entscheidung angesichts der hohen Inzidenzen nicht nachvollziehen. Auch aus pädagogischer Sicht nicht: „Wir hätten auch gut noch so weitermachen können.“ Bei den Lehrern, ist er sicher, wird der Großteil die Maske auch ohne Pflicht tragen – „vielleicht sogar alle.“ Aus Angst vor Lehrerausfällen, die schon jetzt die Lehrer an die Grenzen des Belastbaren bringen.

Auch interessant

Kommentare