Unternehmen will ins E-Scooter-Geschäft einsteigen

E-Scooter made in Halver und Breckerfeld: Ein Roller fürs Sauerland

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Eine gute Steigfähigkeit soll der Driveman in beiden Ausführungen Country und City haben und so gut fürs Sauerland geeignet sein.Foto: Driveman gmbh

Halver/Breckerfeld - Vor Kurzem wurden E-Scooter für den Straßenverkehr zugelassen. Unter den vielen Modellen, die auf den Markt drängen, ist auch eines, das insbesondere fürs Sauerland gut geeignet ist und sogar dort entwickelt wurde.

Das Modell Driveman wurde kürzlich beim Autofreien Volmetal von der Firma FK Söhnchen vorgestellt, eigentlich ein Versandhandel für landwirtschaftliche Artikel mit Sitz in Halver und Breckerfeld. Der E-Scooter ist eine Neuentwicklung, hat aber eine lange Vorgeschichte, denn bereits 1993 entwickelten Hans Peter und Axel Schnippering, Inhaber und Geschäftsführer von FK-Söhnchen, einen Prototypen mit dem Namen Driveman. „Der Name war damals angelehnt an Walkman und Discman“, erinnert sich Axel Schnippering. 

Auch der unsere Zeitung schrieb damals darüber. „Er vermittelt das Gefühl von Moderne und Hightech, Mobilität und Innovation“, hieß es im Bericht über den Driveman. 

Zu modern für den Tüv

Für den Tüv war Schnipperings Elektroroller allerdings etwas zu modern. „Ich habe 1993 ein Patent dafür bekommen, aber der Tüv hat mich damals nur belächelt. ,Das wird nie was’ haben die gesagt“, erzählt Schnippering. Dabei seien schon damals die Leute begeistert von dem E-Scooter gewesen, der sich für den Transport im Kofferraum oder im Zug auch platzsparend zusammenklappen ließ. Aber eine Zulassung gab es damals nicht. So ließ Schnippering das Projekt ruhen. 

Als das Thema E-Scooter nun vor einiger Zeit wieder in die Medien kam, wollte Schnippering dort anknüpfen, wo er aufgehört hatte. Er holte den Ur-Driveman vom Dachboden und stellte fest, dass er nach 26 Jahren sogar noch fährt, mit derselben Nickel-Cadmium-Batterie wie damals. Da das alte Patent nach 20 Jahren ausgelaufen war und sich die Technologie bei Motoren und Batterien seitdem weiterentwickelt hatte – heute kommen leistungsfähigere Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz –, konzipierte Schnippering einen neuen Driveman. Dazu gründete er zusammen mit Nils Kleine die neue Driveman GmbH. „Es ist nicht so, dass wir einen E-Scooter importieren und nur den Namen draufkleben“, sagt Kleine. 

Entwicklung findet im Sauerland statt

Die Konstruktion erfolgt allerdings in China, von wo auch viele Komponenten des Drivemans stammen – andere würden aus Deutschland dorthin geliefert. Die Entwicklung findet jedoch im Sauerland statt und der E-Scooter ist auch auf die Nutzung gerade hier ausgelegt. „Es ist ein Sauerland-Roller – der muss was können“, sagt Nils Kleine. Man habe ihn so entwickelt, dass selbst bei einem Gewicht von 100 Kilogramm eine zwölfprozentige Steigung für den Roller kein Problem darstellt. Da die Motorleistung mit 500 Watt sowie die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h fest vorgeschrieben waren, konzentrierte man sich bei der Entwicklung darauf, dass man mit dem Driveman gut in den Bergen fahren kann.

Alte und neue E-Scooter: Axel Schnippering und Nils Kleine (von links), Gesellschafter der Driveman GmbH, Michelle Schliwinski, bei FK-Söhnchen verantwortlich für Marketing, und Philipp Theile-Rasche (Marketing und Vertrieb).

„Wir haben am Drehmoment gearbeitet, damit wir eine gute Steigfähigkeit haben“, sagt Schnippering. Die sei bei vielen anderen E-Scootern, gerade bei Leihmodellen, eher schlecht. Der Driveman soll in zwei Varianten auf den Markt kommen: Der etwas größere Driveman Country soll mehr Fahrkomfort und Laufleistung bieten und wiegt mit 22 Kilogramm etwas mehr als der Driveman City (18 Kilogramm). 

Wie schon der alte Driveman sind beide zusammenklappbar. Ein noch in der Entwicklung befindlicher Bügel soll das Hochkantstellen des zusammengeklappten Scooters ermöglichen und zugleich als Diebstahlsicherung fungieren. Mit Preisen von 1495 und 1245 Euro fürs Country- beziehungsweise City-Modell ordne man sich im mittleren Preissegment ein, sagt Kleine. 

Großes Unwissen

Viele andere Scooter-Modelle, die bereits verkauft würden, seien noch gar nicht zugelassen, sagt Schnippering. „Das Unwissen ist da noch groß.“ Er selbst will beim Driveman alles richtig machen. „Die allgemeine Betriebserlaubnis steht noch aus, wir arbeiten gerade noch den Änderungskatalog vom Tüv ab.“ Aber alle noch zu erfüllenden Änderungen, etwa bei der Beleuchtung, seien machbar. Für den Herbst, voraussichtlich für September, rechnet Schnippering mit der Zulassung. Bis es soweit ist, kann der Driveman in beiden Ausführungen bereits vorbestellt werden, und zwar seit Montag unter www.driveman.de.

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