Fahrerin sieht Mann nicht

Halver/Hagen - Erfolg hatte am Dienstag eine 51-jährige Frau aus Halver mit der Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Lüdenscheid. Eine Berufungskammer des Landgerichts in Hagen kam zu dem Ergebnis, dass ihr ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nicht nachzuweisen sei.

Das hatte das Amtsgericht noch anders gesehen: Am 25. November war die Autofahrerin wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Sie hatte am 19. Mai 2014 beim Rückwärtsfahren auf dem Lidl-Parkplatz an der Hagener Straße einen Mann übersehen und angefahren. Er stürzte und erlitt glücklicherweise „nur“ eine Prellung am Knie und eine Schürfwunde am Ellenbogen. Dass das so gewesen war, blieb unstrittig, auch im Landgericht, denn den Richtern lag ein entsprechendes Attest des Geschädigten vor. „Dass der Zeuge verletzt wurde, steht fest“, konstatierte der Richter.

Doch die 51-Jährige wehrte sich mit ihrer Berufung nicht gegen die gesamte Entscheidung des Amtsgerichts, sondern nur gegen die Verurteilung wegen Fahrerflucht. Sie habe den Verletzten, der nach dem Aufprall in die Knie gegangen war, nicht gesehen, trug sie vor. Die Berufungskammer konnte diese Einlassung nicht widerlegen. Dazu kam, dass die Angeklagte wegen der Verjährung eines viele Jahre zurückliegenden Entzugs der Fahrerlaubnis als nicht vorbestraft galt. Auch durch Verkehrsordnungswidrigkeiten war sie nicht in besonderer Weise aufgefallen.

Das Verfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort wurde deshalb mit Zustimmung von Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli vorläufig eingestellt. Auch das vom Amtsgericht gegen die 51-Jährige verhängte Fahrverbot von drei Monaten wurde aufgehoben. Durch die Berufung hatte es noch keine Rechtskraft erlangt. Übrig blieb eine Geldstrafe wegen der fahrlässigen Körperverletzung in Höhe von 600 Euro.

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