Ostendorf: Unbekannte wüten auf Streuobstwiese

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Die Reste einer Partynacht: Auf dieser Streuobstwiese in Ostendorf feierten Unbekannte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Für die Besitzer ist das nicht neu – ganz im Gegensatz zum Vandalismus. Die massive Bank ist mutwillig zerstört worden.

HALVER ▪ Müll. Asche. Und eine Bank, auf der niemand mehr sitzen kann. Auf einer Streuobstwiese in Ostendorf haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag offenbar Jugendliche gefeiert – und ordentlich gewütet.

Die Grundstücksbesitzer haben sich längst mit den nächtlichen Partys abgefunden. Aber mit der Zerstörung gingen ihnen die Unbekannten jetzt zu weit.

Da liegt sie. Umgestürzt und zerlegt. Wanderer und Hundebesitzer nutzten die massive Holzbank gerne für eine kleine Pause – mitten in der Natur. „Die Vandalen müssen schon Gewalt angewandt haben, um sie kaputt zu machen“, sagt die Eigentümerin (Name der Redaktion bekannt). Dabei hätten sie doch sicher einen tollen Grillabend auf der Wiese verbracht. „Wie kann da ein derartiges Gewaltpotential neutralen Dingen gegenüber entstehen?“ Zwar ärgerten sie und ihre Familie sich natürlich, dass sich Unbekannte seit knapp sechs Jahren immer wieder dort vergnügen und haufenweise Müll hinterlassen. Aber solange niemand und nichts zu Schaden kommt, tolerierten sie es eben.

Hartwig Boss, Hausmeister des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs, entdeckte die Verwüstung am Donnerstagmorgen und informierte die Eigentümer. Als Anlieger bekommt er natürlich einiges mit: „Das müssen diesmal Jugendliche mit Rollern gewesen sein“, sagt er. Er habe gehört wie einige auf Zweitaktern mit Vollgas den Berg Richtung Ostendorf hochfuhren. Ihn persönlich ärgert der Vandalismus ebenfalls. Erst am vergangenen Wochenende verteilten Unbekannte Toilettenpapier auf dem Wendehammer und stürzten das Dixi-Klo der MVG um. Außerdem findet er regelmäßig Alkoholflaschen und reichlich Müll im angrenzenden Wald und am Straßenrand. „Je schöner und wärmer es draußen ist, desto mehr ist hier los“, sagt Boss.

Das abgelegene Gelände rund um das Berufskolleg scheint also zahlreiche Jugendliche anzulocken. Für die Halveraner Polizei ist das nicht neu: „Wir wissen, das dort oben gefeiert wird“, sagt Polizeioberkommissar Karsten Zimmer im AA-Gespräch. Und deshalb kontrolliere vor allem der Spätdienst das Gelände und führe gegebenenfalls auch Gespräche mit den Jugendlichen.

Auch Gabi Brunsmeier vom Verein Heesfelder Mühle, der im Auftrag 50 Bäume auf der Wiese pflanzte, weiß von der Problematik. „Wir haben das in Lüdenscheid und Kierspe selbst erlebt, dass Jugendliche auf unseren Wiesen ihr Unwesen treiben.“ Es sei sehr ärgerlich, wenn das zerstört wird, um das man sich jahrelang gekümmert hat. Sie denkt, dass die Täter, wenn sie denn gefasst werden, selbst am Wiederaufbau beteiligt werden sollten. „Dann sehen sie vielleicht ein, dass es erhaltenswert ist.“

Die Eigentümerin der Streuobstwiese bei Ostendorf glaubt jedoch nicht, dass sich an der Situation etwas ändern wird. Eine neue Bank werde es daher wohl auch nicht geben. ▪ Lisa Weber

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