Vandalismus in Halvers Wald

Nackte Gewalt im Wald - 400 Euro Belohnung

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Die Reste vom alten Ansitz waren noch nicht mal abgeräumt, da war der neue schon zerstört.

Halver - Der Schaden liegt bei rund 2000 Euro. Anzeige gegen Unbekannt ist erstattet. Für Hinweise auf den oder die Täter ist eine Belohnung von 400 Euro ausgesetzt.

Der Ansitz von Dirk Düppe liegt ganz im Osten Halvers an der Stadtgrenze zu Lüdenscheid. Mehr als 20 Jahre hat er gehalten, bis vor wenigen Wochen irgendjemand daran sein Mütchen gekühlt hat. 

Düppe und insbesondere sein Mitjäger Sascha Wellnowski machten Nägel mit Köpfen und bauten ihn wieder auf, und zwar so, wie ein Dachdecker und ein Landschaftsbauer das machen, wenn sie schon einmal damit anfangen: robust und haltbar für die kommenden 20 Jahre und sogar mit einem Anstrich. Vor etwa drei Wochen waren sie fertig damit. 

Geklappt hat das fürs Erste aber nicht. Am vergangenen Freitag war der Beobachtungssitz an der Wiese nahe Grünewald zerstört. Bretter und ganze Elemente fanden sich im Radius von zehn Metern im Wald und im Graben des Wanderweges verteilt. Das letzte Wochenende nutzten Düppe und Wellnowski, um den Ansitz wieder zusammenzufügen. 

Handlungsbedarf im Revier

Und auch im weiteren Teil des Reviers Richtung Vömmelbach gab es Handlungsbedarf. Leiter und Diagonalen einer Kanzel wurden auch dort zerstört. Der Steg über den Bach ist kaputt. Zwei Wildkameras sind gestohlen an einer Stelle, an der normale Spaziergänger eigentlich nicht vorbeikommen.

„Das werden keine Jagdgegner gewesen sein“, ist sich Düppe sicher. Der Umgang zwischen Jäger und Erholungssuchenden, Wanderern und Hundebesitzern ist im Revier eigentlich entspannt. Und Düppe duldet auch, wenn jemand sich einfach mal auf den bodennahen Ansitz setzt, um auf die Wiese und nach dem Wild zu schauen. „Hier gibt’s eigentlich immer was zu sehen“, sagt er über die Stelle am Waldrand mit Blick auf die Wiese. 

Umso mehr ärgert ihn die nackte Gewalt gegen die jagdlichen Einrichtungen. „Das waren keine Zwölfjährigen“, stellt er beim Blick auf die Schäden fest. Nägel, lang wie Kugelschreiber hatten die Holzelemente miteinander verbunden. Den Ansitz auseinanderzunehmen, müsse mit erheblichem Kraftaufwand verbunden gewesen sein, weiß Düppe. 

Reiner Vandalimus im Wald

Reinen Vandalismus vermutet auch Halvers Förster Ulrich Ackfeld hinter dem Vorgehen der oder des Täters, Der Umgang zwischen Jägern und Besuchern der Wälder rund um die Stadt sei im Allgemeinen friedlich. Vereinzelte Vorfälle in dieser Richtung habe es allerdings auch früher gegeben. Jetzt hoffen die Jäger im Revier Schmitz/Raffelnberg darauf, dass der reparierte Ansitz stehen bleibt – und auf die Hinweise aufmerksamer Bürger, die den Akt der Zerstörung vielleicht gesehen haben. Hinweise nimmt die Polizei in Halver (Tel. 0 23 53/9 19 90) entgegen und auch Düppe selbst unter Tel. 0 23 53/66 49 44.

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