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Klauen, wo nichts zu holen ist: Unbekannte brechen in Teichanlage ein

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Von: Florian Hesse

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Peter Lauterjung in seiner Teichanlage bei Halver.
Peter Lauterjung in seiner Teichanlage bei Halver. © Hesse, Florian

An den Teichen von Peter Lauterjung kommt man nicht zufällig vorbei. Früher jedenfalls war das so, vor dem Borkenkäfer. Aber auch jetzt sind es Wanderer, Spazierhänger mit Hund oder Mountainbiker, die im schmalen Tal unterhalb der Ortslage Grünewald Natur und Erholung suchen. Manchmal sind es auch Einbrecher.

Halver - Lauterjung ist inzwischen Lüdenscheider. Aber aufgewachsen ist er in der Steinbach in Halver. Von dort aus ist sein Vater früher durch die Fichten gegangen nach Oberbrügge zur Arbeit. Ende der 50er-Jahre war das, und seinem Vater gefiel der Ansatz von Teich, der da schon war. Seitdem gehört der Teich zur Familie. Peter Lauterjung hat darin das Schwimmen gelernt. Es ist sein Rückzugsort; nichts Pompöses, zwei Schuppen als Regenschutz und mit Platz für den Kram, den man eben braucht für den Teich und das Drumherum. Aber dann waren die Motoren weg.

Peter Lauterjung hat lange überlegt, ob er sich über die Öffentlichkeit auf die Suche nach den Außenbordern macht, die er benutzt hat, um Sauerstoff in den Teich zu sprudeln. Aber dann meldet er sich doch zu Wort, weil er es den Tätern auch nicht zu einfach machen will. Denn was sich in der Zeit zwischen Donnerstag, 1. September, und Sonntag, 4. September, an seiner Anlage abgespielt haben muss, ärgert ihn kolossal.

Denn zu holen war und ist in den Hütten eigentlich nichts. Bis auf die gebrauchten Motoren eben, eine Wildkamera am Baum und eine alte Kettensäge mit Startproblemen. Doch dafür mussten die Einbrecher kriminelle Energie aufbringen. Mit einem Kombi oder einem Transporter müssen sie vorgefahren sein. Das Vorhängeschloss war mit einem Bolzenschneider aufgetrennt. Und für eine Person allein dürfte die Beute zu schwer gewesen sein, überlegt er im Nachhinein.

Geklauter Bootsmotor in Halver.
Der Suzuki-Motor trägt die Kennnummer Suzuki DT 08, Typ 801/, 328479 (Ablesefehler möglich). Der Außenborder von Yamaha hat das Typenschild 4CMH / 6MO / L 303345 © Florian Hesse

Zwei Hoffnungen treiben ihn jetzt um. Falls jemand die Yamaha- beziehungsweise Suzuki-Motoren angeboten bekommen oder gekauft hat, könnten sie über die Seriennummern identifizierbar sein. Und vielleicht hat doch jemand etwas Verdächtiges gesehen an den drei Tagen, die infrage kommen. In diesem Fall sollte sich der Betreffende an die Polizei in Halver (Tel. 0 23 53/9 19 90) wenden.

Es ist nicht das erste Mal, dass an den Teichen was weggekommen ist. Peter Lauterjung vermutet dahinter Jugendliche, die sich Zugang zu dem gepachteten Grundstück verschaffen. Der letzte Fall aber ist seiner Einschätzung nach anders gelagert. Die Anlage könnte ausgekundschaftet worden sein. Seit die Fichten ringsum weg sind, ist es mit der Abgeschiedenheit vorbei. „Ich glaube, das waren Profis“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Und mit der früheren Ruhe ist es ohnehin schon länger vorbei. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie war der Wald voller Menschen, die vorher nie dort zu sehen waren. Und zugleich räumten der Borkenkäfer und danach die Harvester die Fichten ab. Unerwünschter Nebeneffekt dabei: Die Waldwege sind frei zugänglich, weil Schranken und Absperrketten abmontiert wurden.

Pilzsammler fahren mit Autos direkt an die Suchorte. Einer hätte sich den Hänger mit Steinen vollgepackt, um sich einen Steingarten zuhause anzulegen. Der Umgang mit der Natur sei nicht mehr wie früher, beobachtet er von seinen Teichen aus.

Aufgeben wird er die Anlage nicht. Dafür hängt zuviel Erinnerung dran. Aber ein bisschen Normalität wäre schön und Schranken, um die aus dem Wald herauszuhalten, die dort nichts zu suchen haben. Und einen kleinen Lichtblick hat Peter Lauterjung dann doch zu vermelden. Die Nachricht vom Einbruch sprach sich nach der AA-Meldung im Bekanntenkreis herum. Freunde und Bekannte boten ihm Geldspenden sowie kostenlose technische Unterstützung bei der Sicherung seiner Teichanlage an. „Da bin ich einfach nur dankbar.“

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