Unappetitlicher Fund: „Eindeutig Schlachtabfälle“

Ein Spaziergänger fand die tiereischen Überreste. Er ist überzeugt davon, dass es sich um Schlachtabfälle handelt.

HALVER ▪ Dieser Anblick war für einen Spaziergänger mehr als unappetitlich: Mitten in einem Waldstück bei Brocksiepen lag ein ganzer Haufen von Tier-Innereien – „eindeutig Schlachtabfälle“, wie er sagt. Diese im Wald zu deponieren, ist aufgrund der möglichen Ausbreitung von Tierseuchen grundsätzlich verboten.

Also setzte er Polizei und Untere Jagdbehörde über die tierische Müllhalde in Kenntnis. Dabei kam jedoch noch weit mehr zum Vorschein.

Wie Ursula Erkens von der Pressestelle des Märkischen Kreises auf Anfrage des AA erklärte, habe ein Vertreter der Unteren Jagdbehörde bei einem Ortstermin zwar Reste der Schlachtabfälle – es handelte sich um Pansen – vorgefunden, weitaus kritischer sehe er jedoch den ausgelegten Mais unweit dieser „Deponie“. Dabei habe es sich keineswegs um eine so genannte Kirrung gehandelt, wie sie von Jägern zum Anlocken von Schwarzwild durchaus angelegt werden darf. „Es handelte sich um größere Mengen. Im Umfeld war auch kein Hochsitz zu finden“, so Erkens weiter.

Und auch Innereien als Lockmittel seien nicht immer illegal, aber nur in „Luderplätzen“ vergraben, um Füchse anzulocken. Das Problem: Seit Mitte März haben Füchse Schonzeit, die Anlage eines Luderplatzes würde also keinen Sinn machen.

Mais und Gedärm – beides hat mitten im Wald grundsätzlich also nichts zu suchen. Allerdings ließe sich nun auch schwer feststellen, wer für die Ausbringung verantwortlich ist. Die Untere Jagdbehörde habe die betroffenen Jäger jedoch auf die unerlaubte Ausbringung hingewiesen. „Außerdem wird der Märkische Kreis nochmals auf die Jäger zugehen und auf die Regelungen hinweisen“, sagte Ursula Erkens. ▪ zach

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