BUND gegen Gewerbe-Ansiedlung

Auch die bereits erfolgte Rodung der Gehölzer entlang der Bundesstraße 229 in Oeckinghausen stößt beim BUND auf Kritik.

HALVER -  Das geplante „Gewerbegebiet Susannenhöhe“ sorgt bei Umweltschützern weiter für Unmut. In einer öffentlichen Erklärung kritisiert nun der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Planungen nahe der Ortschaft Heesfeld. In einem Schreiben, das jetzt der Stadtverwaltung zuging und der Redaktion vorliegt, bittet der BUND die Verantwortlichen „dringend“, von der Planung Abstand zu nehmen.

„Grundsätzlich ist zu kritisieren, dass eine hochwertige Ackerfläche durch eine Planung vom Schreibtisch der Genehmigungsbehörde aus für eine Industriefläche zerstört wird“, schreibt Otto Degenhard für den BUND im Märkischen Kreis. Er erinnert mit Verweis auf Aussagen von Politik und Verwaltung daran, dass eine Fläche bislang lediglich für solche Betriebe angedacht worden sei, die wegen der Wasserschutzzonen im Westen der Stadt keine Erweiterungsmöglichkeiten haben. Allerdings habe die Stadt im Rahmen der Bürgerversammlung am 9. Januar dieses Jahres auf BUND-Nachfrage bestätigt, dass es bei dem ansiedlungswilligen Betrieb an der Susannenhöhe gar nicht um einen Betrieb mit wassergefährdenden Stoffen handelt – unsere Zeitung hat mittlerweile berichtet, dass es sich um die Lüdenscheider Firma Markes GmbH & Co. KG handelt. Alternativen für gewerbliche Ansiedlungen – wie etwa im Gewerbepark Rosmart (Lüdenscheid/Altena) oder die Gewerbefläche Heide in Halver seien nicht ausreichend geprüft worden.

Darüber hinaus kritisiert der BUND den Umfang der zu entwickelnden Flächen. „Es wurde immer wieder betont, dass das Gebiet abschnittsweise von Westen her entwickelt werden soll. Tatsache ist jedoch, dass nun vorgesehen ist, durch eine großzügige Angebotsplanung die gesamte Fläche in der Größe über zehn Hektar anzubieten“, so Degenhard weiter. Dadurch überschreite die Fläche den Geltungsbereich des Regionalplanes und widerspreche den geltenden Landschaftsschutzbestimmungen. Und auch die geplante Entwässerung des Gebietes sei in diesem geschützten Biotop unzulässig. „Vorkommende planungsrelevante Arten werden ignoriert und gesetzlich vorgeschriebene Vorgehensweisen rechtswidrig unterlassen. Auch die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen sind völlig ungeeignet und würden den massiven Eingriff niemals ausgleichen können“, heißt es vom BUND, der sich um Eisvogel, Kiebitz, Rotmilan und Neuntöter in diesem Bereich sorgt. Zudem ärgern den BUND bereits geschaffene Tatsachen: Bereits im Vorfeld der Planungen wurden Gehölzstrukturen entlang der B 229 zerstört. Strukturen, die laut BUND im ökologischen Gutachten als „sehr wertvoll“ beschrieben worden sind. Fazit des Bundes für Umwelt und Naturschutz: Die Stadt sollte auf die Entwicklung des Geländes verzichten. Der BUND sieht nun den Halveraner Rat in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. - zach

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