Umsetzung der grauen Theorie in die Praxis

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Cigdem staunte nicht schlecht, als einige der Kinder direkt auf sie zukamen: So konnte die AFG-Schülerin gleich mit den Mädchen und Jungen spielen, basteln und Winterplätzchen verzieren.

HALVER ▪ „Grau ist alle Theorie“, heißt es. Wie die Theorie bunt und mit Leben gefüllt beziehungsweise in der Praxis umgesetzt wird, konnten jetzt die 80 Schülerinnen und Schüler des Pädagogik-Kurses im Anne-Frank-Gymnasium (AFG) erleben. Zumindest für den Teilbereich „außerfamiliäre Erziehung“, den die Gymnasiasten knapp drei Wochen lang erarbeitet hatten.

Möglich machen dies die Kindergärten und Tageseinrichtungen in Halver, aber auch in Breckerfeld, Lüdenscheid und Hagen-Dahl. Denn sie ermöglichen den Schülern, einen Tag lang – von der Begrüßung bis zum Abschied der Kinder – in solch einer Einrichtung zu hospitieren, Fragen zu stellen und Erfahrungen zu sammeln.

„Sie kommen mit vielen Eindrücken zurück“, weiß Pädagogiklehrerin Stephanie Göbeler, sowohl positive als auch negative. Besonders die Schüler hätten es manchmal bei den ganz Kleinen (U 3) schwer, akzeptiert zu werden. Gabriele Bremmer, Leiterin des Kindergartens „Spatzennest“, relativiert es aber gleich: Einerseits komme durch den Besuch der „Fremden“ sowieso Unruhe auf, auf der anderen Seite seien manche Kinder aber auch besonders empfindlich, da reiche es schon, wenn neue Möbel da wären. Dennoch weiß Bremmer, dass mit drei Schülern an jeweils drei Tagen die Grenzen erreicht sind. Die Eindrücke, die beispielsweise Angelina, Hannah und Cigdem im „Spatzennest“ sammelten, waren aber durchweg positiv, zumal die Kinder sofort auf sie zugingen und sie mit ihnen spielen, basteln oder Plätzchen backen konnten. Und auch der fünfseitige Stichwortbogen, den sie in der Schultasche dabei hatten und auf dem alles – von der räumlichen Ausstattung über die Konzepte der Kindergärten bis hin zur Umsetzung – festgehalten wurde, war schnell ausgefüllt. Schließlich ist dieser Bogen Grundlage für die anschließende Aufarbeitung im Pädagogikunterricht, sowohl in Gesprächen als auch in Vorträgen.

Auch die Schüler erkannten bei ihren Besuchen in den Kindergärten schnell, dass sie für eine gewisse Unruhe bei den Mädchen und Jungen sorgten. Letztlich sei aber auch dies und der folgende Umgang mit den Kindern für die Schüler eine Erfahrung, so erläuterte Stephanie Göbeler, die mit dazu beitragen könne, ob man sich nach dem Abitur für ein Studium sowie Beruf „mit Kindern“ entscheidet. ▪ Det Ruthmann

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