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Um Mitternacht im Waschpark in Halver

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Von: Thomas Krumm

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Mitternacht Halver Nacht
Um Mitternacht in Halver (Symbolfoto). © Lorencic, Sarah

Zu einem kleinen Indizienprozess wurde im Amtsgericht Lüdenscheid das Strafverfahren gegen einen 26-jährigen Angeklagten aus Schalksmühle. Er gab zwar zu, dass er sich in der Nacht zum 22. November 2020 um kurz nach Mitternacht am Halveraner Waschpark aufgehalten hatte. Am Aufbruch des Münzautomaten eines Hochdruckreinigers sei er aber nicht beteiligt gewesen.

Halver/Schalksmühle/Lüdenscheid – Seine beiden Mitfahrer hätten das Auto verlassen und seien vorübergehend verschwunden. Erst als er ein lautes Geräusch gehört habe, sei er ihnen gefolgt. „Da habe ich gesehen, dass man versucht, irgendetwas aufzukriegen. Ich habe versucht, die wieder ins Auto zu kriegen.“

Hätte Richter Andreas Lyra dem Angeklagten diese Geschichte geglaubt, so hätte dem 26-Jährigen dennoch eine Verurteilung wegen Beihilfe zu einem besonders schweren Einbruchdiebstahl gedroht. Denn er hatte den beiden von ihm nicht namentlich identifizierten Tätern zumindest bei der Flucht geholfen.

Es kam noch schlimmer

Doch es kam noch schlimmer: Ein Zeuge aus der Nachbarschaft war durch das ungewöhnlich geparkte Auto ebenfalls auf das Geschehen aufmerksam geworden. Und er erinnerte sich daran, dass „drei Personen“ sich vom Auto auf den Weg in die Waschanlage gemacht hatten. Nach einem „lauten Knallen“ seien die drei zurückgekommen. „Sie kamen uns entgegen. Wir wurden noch freundlich gegrüßt. Dann sind sie zügig abgefahren.“

Der Betreiber der Waschanlage schilderte den Schaden an dem Gerät und illustrierte, wie die Täter nach dem Aufbrechen der Elektronik im Münzschacht des Tresors gefischt hatten. Zwischen 75 und 78 Euro sollen ihnen dabei in die Hände gefallen sein. Eine ziemlich dumme Straftat also, die sich kaum gelohnt hatte. Der Richter sprach in seiner Urteilsbegründung von einem „bisschen Doofheit“.

Bittere Folgen für Angeklagten

Für den Angeklagten, der aus beruflichen Gründen ein möglichst sauberes Führungszeugnis braucht, könnte die Geschichte noch sehr bittere Folgen haben. Denn der Richter zeigte sich überzeugt, dass der Schalksmühler bei der Tat dabei war. Dazu trugen auch dessen wenig durchdachte Äußerungen bei, die zeigten, dass er wohl doch recht nah an dem Geschehen war: So behauptete er, dass das Geld „gar nicht entwendet“ worden sei.

Und den in jener Nacht in Hagen nach ihm fahndenden Polizeibeamten erklärte er „frech und uns gegenüber sehr respektlos, man könne ihm nicht nachweisen, was passiert ist“. Die Beamten glaubten ihm damals ebenfalls nicht.

Und so verurteilte Richter Andreas Lyra den Angeklagten wegen „gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall“ zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro. „Sie waren Mittäter, nicht nur Beihelfer“, hielt die Staatsanwältin dem Schalksmühler vor.

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