Überwiegend positives Kirmes-Fazit

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An den Kindern sparten die Halveraner nicht.

HALVER ▪ Schön wars, da sind sich die Halveraner und die Schausteller einig. Vier Tage Ausnahmezustand in Halver: Die Kirmes ist vorbei und alle Beteiligten ziehen ein überwiegend positives Gesamtfazit. Doch: „Der Wohnwagenplatz hinter dem Kulturbahnhof geht gar nicht“, beschweren sich die Schausteller. Und auch die „Zwischenhändler“ trugen nicht gerade zur guten Laune bei.

„Wir kommen seit 50 Jahren nach Halver – und auch dieses Mal war es schön“, freut sich Ruth Schmidt. Ihr Kinderkarrussel sei von den kleinen Besuchern gut angenommen worden. „An ihren Kindern sparen die Eltern zum Glück nicht. Aber so langsam macht es sich bemerkbar, dass es immer weniger Kinder gibt“, erklärt die Schaustellerin.

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Ebenfalls zufrieden ist Gloria Fischer. An ihrem Ausschankwagen habe stets reger Betrieb geherrscht: „Nur der Samstagabend war nicht so gut, wegen dem Fußballspiel. Aber wir sind zufrieden.“ Das Fußballspiel teilt die Schausteller. Während die einen Einbußen verzeichneten, freuten sich andere über Rekordumsätze. Viele hätten das Spiel auf Fernsehern an den Ständen verfolgt und dementsprechend auch konsumiert. Allen Grund zur Freude hatten die Händler mit EM-Fanartikeln: „Die gingen weg wie heiße Semmeln“, freut sich ein Verkäufer.

Verärgert zeigten sich die Schausteller über so genannte Zwischenhändler: „Die müssen nichts haben, keine Schutzscheiben vor dem Grill, kein Waschbecken. Wir müssen das alles vorweisen. Solche Händler gehören nicht in die Schaustellerfamilie. Sie schaden dem Ruf und dem Geschäft“, moniert sich eine Gruppe Schausteller.

Die 386. Kirmes in Bildern:

368. Halveraner Kirmes: Vier Tage Ausnahmezustand

Nicht so zufrieden wie sonst waren die Süßwarenhändler. „Wir kommen seit 40 Jahren, aber in diesem Jahr sind es einfach zu viele mit dem gleichen Angebot“, erklärt Roswitha Dietrich.

Das Problem hat auch Johann Klaßmann vom Fachbereich Bürgerdienste der Stadt festgestellt: „Das müssen wir im kommenden Jahr verbessern. Hier und da waren es vielleicht zu viele.“ Ansonsten fiel sein Fazit positiv aus. Es habe ledigliche einige kleinere Probleme, wie beispielsweise einen verstopften Toilettenwagen geben.

Doch mit einem für die Schausteller großen Problem konfrontierten gleich mehrere Händler die Stadt: Der Wohnwagenstellplatz. „Wenn ich zu meinem Wohnwagen will, muss ich erst einmal eine Art Wattwanderung machen“, beschwert sich ein Schausteller. Das Gelände hinter dem Kulturbahnhof sei eine Zumutung. Durch den Regen sei die Wiese aufgeweicht und matschig. „Andere Städte bekommen das besser hin. Aber dafür war es sonst sehr schön in Halver. Vor allem die Besucher sind toll, für sie ist die Kirmes einfach ein Höhepunkt im Jahr – und das lassen sie uns spüren“, freut sich Roswitha Dietrich. ▪ Lydia Machelett

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