Überflug-Daten weiter ein Thema

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HALVER - Wenn in diesen Tagen Post von der Stadt ins Haus flattert, steckt darin für manch einen Eigentümer jede Menge Arbeit: Darin werden sie aufgefordert, ihre versiegelten Flächen anzugeben. Stichwort: Abwassergebühr.

Dass die Verwaltung zur Festsetzung der Gebühr nicht auf (vorhandene) Überflugdaten setzen kann, schmerzt Kämmerer Markus Tempelmann immer noch. Und nicht nur ihn. „Es kommen immer wieder Bürger ins Rathaus, die um Hilfe beim Ausfüllen der Bögen bitten“, berichtet Tempelmann. Seitdem die neue Satzung zu den Abwassergebühren in Kraft ist, hat sich nämlich einiges geändert: Teilversiegelte Flächen werden unterschiedlich gehandhabt und auch „Überstände“ wie Vordächer werden nun berücksichtigt. „Da müssen einige sogar ihren Architekten zu Rate ziehen, um korrekte Angaben machen zu können“, sagt der Kämmerer, für den die ablehnende Haltung der Ratsfraktionen zur Nutzung von Überflugdaten immer noch unverständlich ist. „Das wäre für Bürger und Verwaltung ein deutlich geringerer Aufwand.“ Denn: Die Skizze, die den Eigentümern dann von ihrem Grundstück zugestellt werden könnte, würde bereits über Angaben zur Versiegelung verfügen. „Die Bürger müssten nur noch Häkchen machen oder in Einzelfällen Korrekturen benennen.“ Aus Datenschutzgründen lehnte die Mehrheit im Rat dieses Modell ab (wir berichteten).

Seit 1988 müssen die Halveraner alle vier bis fünf Jahre in Form einer Selbstauskunft Informationen zu ihren Flächen abgeben. Nachdem die Halveraner zuletzt 2008 angeschrieben wurden, sind sie nun erneut gefragt. Dass es infolge der Selbstauskunft jedoch zu gravierenden Veränderungen kommt, damit rechnet Tempelmann nicht: „Wenn alle Angaben stimmen würden, hätte sich seit 1988 in mehr als 90 Prozent der Fälle nichts geändert.“ Dabei geht der Kämmerer davon aus, dass eine genauere Analyse der versiegelten Fläche bereits kurzfristig eine drastische Senkung der Abwassergebühr zur Folge hätte, da eine gerechtere Verteilung erfolgen könnte.

Die Hoffnung, die Überflugdaten bereits bei der Abfrage der Flächendaten nutzen zu können, gibt Tempelmann jedoch nicht auf: „Wir wollen das auf jeden Fall noch mal im Hauptausschuss zur Sprache bringen.“ Das Gremium tagt am kommenden Mittwoch öffentlich ab 17 Uhr im Rathaus. Bis dahin ruht nach Angaben von Verwaltungsmitarbeiter Kai Hellmann nun zunächst das Selbstauskunfts-Verfahren – in der Hoffnung, dass sich die Politik noch umentscheidet.

Von Frank Zacharias

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