Trotz Hitze: Erst die Schule, dann das Vergnügen

Viel Spaß im Waldfreibad hatte auch die achtjährige Laura. Sie war eine von vielen Besuchern in der Herpine, die die Erfrischung suchten. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Ginge es nach den Schaustellern, hätte sich der Sommer ruhig ein wenig beeilen können: So wäre den Kirmes-Leuten wohl zumindest ein Regentag erspart geblieben. Doch auch ohne Kirmes genossen die Halveraner am Dienstag ihr Eis oder das kühle Nass des Waldfreibads Herpine.

Dessen Wassertemperatur lag bei erfrischenden 20 Grad. Bei einer Lufttemperatur von bis zu 31 Grad im Schatten wundert es da kaum, dass es mehr als 700 Besucher in die Herpine zog – zu Stoßzeiten bildeten sich an der Kasse des Freibads sogar Besucherschlangen. Dass die Hitze nicht nur positiv empfunden wird, weiß indes Hartmut Rohlfing. Der Sprecher der heimischen Ärzteschaft gab auf Anfrage des AA Tipps zum richtigen Verhalten bei hohen Temperaturen, um etwa Kreislaufbeschwerden oder Mangelerscheinungen vorzubeugen. Zum einen sollte man den Aufenthalt in der Hitze vermeiden. „Grundsätzlich gilt außerdem: trinken, trinken, trinken. Da gibt es eigentlich nur ein medizinisches Limit, etwa, wenn man ein besonderes Medikament einnimmt.“ Bei Temperaturen wie am Dienstag und einem Körpergewicht von 70 Kilogramm seien 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeitszufuhr durchaus ratsam – „es können bei schwerer Arbeit aber durchaus bis zu sechs Liter sein, die man trinken kann.“

Auf diese Literzahl kamen die Halveraner Schüler am Dienstag wohl nicht, obwohl auch sie, oder besser gesagt: ihre „grauen Zellen“ arbeiten mussten. „Hitzefrei“ gab es nämlich nicht. Zwar wäre das spontane Schulfrei grundsätzlich erlaubt gewesen – das Thermometer zeigte die vom Gesetzgeber verlangten 25 Grad an – doch noch hätten sich die Räume in den Schulen nicht dermaßen aufgeheizt, dass der Unterricht ausfallen muss, hieß es unisono aus den Schulen. Spontanes Hitzefrei ist in den Grundschulen ohnehin kaum möglich: „Wir können die Schüler nicht einfach nach Hause schicken. Schließlich muss die Betreuung geregelt sein“, sagt etwa Bernd Ritschel, Leiter der Grundschule Oberbrügge.

Dieser Einschränkung unterliegen die weiterführenden Schulen nicht, doch dafür setzt man dort auf ein koordiniertes Vorgehen. So entschieden die Schulleiter von Anne-Frank-Gymnasium, Realschule und Ganztagsschule am Morgen gemeinsam, dass es zum Schulausfall bislang keinen Anlass gibt. ▪ Frank Zacharias

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