Gute Auftragslage bei den Halveraner Handwerksbetrieben

„Wir haben volle Pulle zu tun“

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Lieferservice bei Blumen Gerull.

Halver – Der Arbeitsalltag der Kleinst- und Handwerksbetriebe hat sich im Zuge der Corona-Krise zum Teil drastisch verändert. Die Corona-Soforthilfe für die Solo-Selbstständigen und Kleinstbetriebe von der Bundesregierung ist für viele Betriebe dringend vonnöten gewesen. Allerdings wurden diese bis auf Weiteres gestoppt, da bereits Fake-Webseiten existieren, die in Suchergebnissen prominent platziert waren.

Susanne Buschmann vom Blumenladen Gerull war schnell genug und hat die 9000 Euro Soforthilfe erhalten. „Direkt an dem Abend der Freischaltung habe ich mich an den Rechner gesetzt und den Antrag verschickt. Wenige Tage später war das Geld auf meinem Konto. Das Geld benötige ich für die Miete und weitere Nebenkosten“, erklärt Buschmann. Aufgrund der Corona-Krise musste sie ihren Laden schließen, versorgt ihre Kunden aber mit ihrem neu ins Leben gerufenen Lieferservice, der von den Kunden sehr gut angenommen wird.

 „In der vergangenen Woche habe ich gefühlt so viel telefoniert wie in den letzten zehn Jahren nicht – natürlich auch durch Ostern bedingt. Wie die nächsten Wochen verlaufen, werden wir dann sehen. Zumindest konnte dadurch Einiges aufgefangen werden.“

Auch auf dem freitäglichen Wochenmarkt am Alten Markt hat Buschmann seit einigen Wochen einen Stand. „Auch hier wurde ich gut aufgenommen. In Halver sind wirklich alle nett und hilfsbereit.“ 

Coronavirus im MK: Dachdeckerbetrieb mit guter Auftragslage

Beim Dachdeckerbetrieb von Dirk Düppe läuft der Betrieb weiter seinen gewohnten Gang. Auch bei Düppe wurden die innerbetrieblichen Hygienemaßnahmen hochgefahren und die Angestellten fahren nur mit maximal zwei Personen zu den Baustellen, aber die Auftragslage bleibt weiterhin stabil. „Wir haben wirklich volle Pulle zu tun und haben sehr viele Aufträge. Wir arbeiten ja auch oben auf dem Dach und stecken keinen an“, sagt Dirk Düppe. 

Der Malerbetrieb von Ernst Haake hat ebenfalls eine sehr gute Auftragslage. „Wir arbeiten viel für die Stadt und die Kommune. Zudem fängt jetzt parallel die Fassaden-Saison an, da können wir auch gut arbeiten“, zeigt sich Inhaber Ernst Haake zufrieden. Die Arbeit vor Ort erfolgt in festen Zweier-Teams, die seit bereits vier Wochen installiert sind. Auch im Büro hat jeder Mitarbeiter sein eigenes Zimmer. „Die strukturellen Veränderungen haben wir natürlich auch mitgemacht. Bei uns wurden bis dato noch keine Aufträge gestrichen, sondern lediglich verschoben. Wir haben die Entscheidung nach Abstimmung mit den jeweiligen Kunden getroffen.“ 

Malerbetrieb Haake: Alle 14 Mitarbeiter arbeiten in Vollzeit

Einzig die Arbeiten an Orten mit Schimmel- oder Staubbefall entfallen in dieser Zeit aufgrund der dazu benötigten, aber in dieser Zeit fehlenden Gesichtsmasken. „Das sind jetzt nicht direkt drei Aufträge die Woche, sodass wir diesen Verlust derzeit auffangen können.“ Da sein Unternehmen keine Umsatzverluste hat, beantragte Haake auch keine Soforthilfe. Aber der Malermeister traf dennoch die Vorkehrungen, falls es zu einem Berufsverbot seiner Branche kommen würde. Doch davon musste er bis dato keinen Gebrauch machen. 

„Alle 14 Mitarbeiter sind weiterhin Vollzeit angestellt. Im Gegensatz zu anderen Ländern herrscht bei uns für die Handwerksbetriebe noch kein Berufsverbot. Dafür sind wir auch sehr dankbar.“ Auch in der näheren Zukunft hat sein Betrieb noch genug Aufträge, allerdings kommt es bei der mittel- und langfristigen Planung auch darauf an, inwieweit die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Kunden bedingt durch die Corona-Krise eingeschränkt sind. „Zumindest für das nächste halbe Jahr sieht es bei uns auftragsmäßig noch sehr gut aus.“

Weitere Informationen gibt es in unserem Live-Ticker. 

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