Kindervilla ist Thema im Ausschuss

Mehr Personal für die Kindervilla?

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Halver - Der Träger der Kindervilla steht fest, jetzt geht es in Halver um das Personal.

Für die Erweiterung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Halver stehen kaum zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung. Auch wenn die Kindervilla an der Mittelstraße nach dem Umbau im kommenden Jahr in Betrieb geht, würde der Kreis kein zusätzliches Personal finanzieren, machte am Mittwoch Alexander Siebel deutlich. Siebel ist Fachberater für die Kinder und Jugendarbeit beim Märkischen Kreis und erläuterte im Ausschuss für Bildung und Jugend die Struktur der Arbeit und insbesondere der Finanzierungsgrundlagen.

Für die Städte ohne eigenes Jugendamt übernimmt der Kreis deren Pflichtaufgaben und refinanziert dies über die sogenannte differenzierte Kreisumlage, die auf die reguläre Kreisumlage aufgeschlagen wird. Auch wenn für die Kinder- und Jugendarbeit in Halver zum Jugendtreff Aquarium und zur Insel in Oberbrügge mit der Kindervilla ein dritter Standort für solche Angebote geschaffen werden, ändere dies nichts am Jugendeinwohnerwert, der für Halver bei 3225 jungen Menschen im Alter zwischen 6 und 24 Jahren drei Personalstellen ergebe, sagte Siebel in der Sitzung im Jugendcafé in der Helle.

Kontingent ist ausgeschöpft

Lediglich eine drittel Stelle sei zurzeit in Halver nicht belegt. Mit zwei Vollzeitstellen bei der Stadt Halver und einer Zweidrittel-Stelle, angesiedelt bei der gemeinnützigen Sentiris GmbH ist das Kontingent damit nahezu ausgeschöpft. 

Die Frage nach der Personalausstattung stellt sich aus Sicht der Stadt angesichts des erweiterten Angebots in der früheren Stadtdirektorenvilla an der Mittelstraße, die im Erdgeschoss mit einer Großtagespflege belegt werden soll, für die als Träger die Sentiris gGmbH vorgesehen ist. Deren Geschäftsführer, Kristian Hamm, bekundete in der Sitzung des Fachausschusses das Interesse, dort auch das Angebot für Kinder zu unterbreiten, sofern die Stadt nicht eine eigene Trägerschaft der Arbeit übernehmen wolle. 

Konzept wird erarbeitet

Wie die Aufteilung der offenen Kinder- und Jugendarbeit erfolgen könnte, wollen nun Verwaltung und die jetzigen Anbieter gemeinsam konzeptionell erarbeiten. Aus diesem Konzept soll sich in der Folge auch der Personalbedarf ergeben – unter Umständen verbunden mit der Notwendigkeit, zusätzliches Personal bereitzustellen. Diesen Aspekt brachte unter anderem SPD-Fraktionschef Martin Kastner ins Gespräch. 

Was allerdings an finanziellen Ressourcen seitens der Stadt Halver zur Verfügung steht, ist mehr als offen. Einen eher düsteren Ausblick aufs kommende Haushaltsjahr warf Markus Tempelmann, Kämmerer der Stadt Halver, der für die kommende Ratssitzung am 30. September einen Haushaltsentwurf mit einem Defizit ankündigte – das heißt, ohne größere Spielräume. Grund seien unter anderem erhebliche Mehrausgaben durch die Kreisumlage und dort zu erheblichen Teilen durch die differenzierte Kreisumlage durch steigende Kosten bei der Heimunterbringung. Auf etwa eine Million Euro beziffert Tempelmann die Kosten. „Das zerschießt uns den Haushalt“, so der Kämmerer. 

Wie die Politik damit umgeht, bleibt offen, bis Klarheit über ein Konzept für die Kindervilla herrscht. Vorstellbar ist laut Ausschussvorsitzendem Werner Lemmert (UWG) ein Förderverein, der sich für die neue Einrichtung bilden könnte.

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