Rheinländer siegen erst nach Elfmeterschießen

Die Westfalen (weiße Trikots) gingen zwar mit 2:1 in Führung, mussten aber gegen die Rheinländer den Ausgleich hinnehmen und verloren das Elfmeterschießen mit 5:6. ▪ Weber

HALVER ▪ Die Masse jubelt. Die Spieler schreien sich warm, trinken ein Bierchen. Und dann das: Ein Hundehaufen im Tor verzögert den Spielbeginn. Der Täter bleibt unbekannt. Doch dann geht’s los - und es folgt ein spannendes Spektakel. Eines, dass seines gleichen sucht.

Am Samstagabend duellierten sich Rheinländer und Westfalen beim traditionellen Fußballspiel in der Arena Dörpinghausen. Besser gesagt, auf einem schiefen Acker in dem beschaulichen Örtchen bei Kupferberg. Aber das ist unwichtig. Denn es geht nur um eins: Spaß.

Die „Glückgöttinnen“ Kremhild und Uschi marschieren mit Fackeln vor den Fußballern aufs Feld. Am Rand warten drei leichtbekleidete Krankenschwestern darauf, verletzte Spieler zu versorgen. Nachdem die Teams ihre „Nationalhymnen“ gesungen haben, geht’s los. Und gleich nach Anpfiff wird klar: Diese Spieler schenken sich nichts.

Rheinländer siegen nach Elfmeterschießen

Nach nur wenigen Minuten und den ersten Foulspielen liegen die Westfalen mit 2:1 in Führung. Doch die Rheinländer bleiben am Ball und schaffen in der Regelspielzeit den Ausgleich. Eine Halbzeit dauert übrigens nur 35 Minuten. Erstens, weil bei dem Spiel alles etwas anders ist. Nämlich Wiese statt Kunstrasen. Und ein schiefes Feld statt ein gerades. Und zweitens, weil es keine Profi-Fußballer sind, sondern größtenteils Hobbyspieler.

Rund ums Spielfeld verfolgen Freunde, Verwandte & Co. das „Duell der Kulturen“. Mit Plakaten und Flaggen jubeln sie „ihren“ Mannschaften zu und machen ordentlich Stimmung. Dieter Köser kommentiert die Partie aus luftiger Höhe und heizt die Stimmung natürlich noch an.

Bei dem ausgeglichenen Spielstand kann es natürlich nicht bleiben. Alle wollen wissen, wer nun besser ist. Die Gastgeber, also die Rheinländer, oder die Westfalen? Ein Elfmeterschießen muss her: Und das entscheiden die Rheinländer mit einem knappen 6:5 für sich. Für deren Kapitän Benjamin Köser geht’s bei dem Spiel aber vielmehr als nur ums Gewinnen.

Er ist seit 20 Jahren dabei, hat schon als Kind mitgemacht. „Es ist einfach die Atmosphäre hier. Das ist etwas ganz Besonders. Wir wollen alle nur Spaß haben.“ Und mit dem Abpfiff beginnt die dritte Halbzeit: Eine Party in der Scheune nebenan. Dabei geht’s nicht ums Gewinnen, vielmehr haben Rheinländer und Westfalen ein gemeinsames Ziel: Möglichst lange zusammen zu feiern. ▪ Lisa Weber

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