Traditionelles Ferien-Camp

Auch das Fußballangebot in Kreuzberg gehört traditionell zum Kids-Camp, das derzeit sein Lager auf dem Schwelmersiepen aufgeschlagen hat. - Fotos: Dettlaff

HALVER -  Seit Sonntag ist es erst einmal vorbei mit der beschaulichen Ruhe auf dem Schwelmersiepen. Alexander Lombardi von der Organisation „Wort des Lebens“ (WdL) schlägt hier seit zwölf Jahren während der Sommerferien für zwei Wochen Zelte auf. An der Freizeit nehmen in diesem Jahr 120 Jungen und Mädchen und ungefähr 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer teil.

Nach dem Frühstück steht in den verschiedenen Werkstätten Nähen, Hämmern, Kicken, Tanzen oder Schauspiel auf dem Programm. Hauptsache kreativ. „Die Kinder sollen mitgestalten“, umriss Lombardi die Intention. Viele der Erwachsenen engagieren sich in Freien evangelischen Gemeinden.

So wie Sören Eglitis und Daniel Allig, die in Köln beziehungsweise Marburg Sport studieren. Sie geben auf dem Sportplatz in Kreuzberg 50 angehenden Ballkünstlern Tipps zum Dribbling, zur perfekten Ballannahme und selbstverständlich gelungenen Torhagel. „Der Morgen beginnt immer mit einer kurzen Andacht“, erzählt Sören. „Teamplay und Fairplay sind Werte, die nicht nur auf dem Fußballplatz wichtig sind. Gutes Sozialverhalten ist in allen Lebensbereichen von großer Bedeutung“, fügt er hinzu. Dass die Kicker an der Aktion zudem mächtig Spaß hatten, war allen anzumerken. Jede morgendliche Übungseinheit endet mit einer Turnierrunde. Dem eigentlich entscheidenden Match fiebern die Kinder schon jetzt entgegen: Am Sonntag spielen sie gegen eine Elternmannschaft.

Festivalstimmung herrschte zur selben Zeit im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Bever. Hier probt das Regisseur- und Schauspielerehepaar Monica und Rolf-Dieter Degen mit Tänzerinnen und Schauspielern den diesjährigen Festivalbeitrag. Die Geschichte spielt vor langer, langer Zeit. „In einem Volk, das einst in Frieden lebte, fruchtbares Land bestellte, machen sich Streit, Hass, Neid, Egoismus und Bitterkeit breit“, erläuterte Monica Degen und fügt hinzu: „Die Begriffe kamen von den Kindern.“ Das Land wird geteilt, eine hohe Mauer errichtet. Über die Generationen hinweg kennt niemand mehr den Grund für den Streit. Im Sommerland herrscht gleißende Hitze und Trockenheit, im Wasserland Dauerregen. Am Ende kann die Mauer überwunden werden, die Steine werden zu einer Straße. Monica Degen ist begeistert von den Schauspielern. Der pädagogische Aspekt berührt nicht nur Kinder. „Manche denken darüber nach, wie schnell ein Mensch sich einmauert“, beschrieb sie Reaktionen des Publikums. Umgekehrt überlegen manche, welche Möglichkeiten es gibt, Brücken zu bauen. „Immer nur auf andere zu warten, bringt nicht weiter“, sagte sie.

Die Filmwerkstatt erstellt jeden Tag unterhaltsame Videos zum Camp-Alltag. In der nächsten Woche stehen Geländespiele im Mittelpunkt.

Wer dabei sein möchte, kann sich per E-Mail unter gaestebuero@wdl.de anmelden.

Von Ursula Dettlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare