Tierschutzverein in finanzieller Notlage

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Während eines Rundgangs bekamen die Besucher einen Eindruck von der Arbeit in der Auffangstation. ▪

HALVER ▪ „Es ist nicht mehr haltbar. Wir müssen die Notbremse ziehen. Es geht einfach nicht mehr.“ Klare Worte, mit denen Petra Schrön, Kassenwartin des Tierschutzvereins Halver-Schalksmühle die finanzielle Notlage des Vereins deutlich machte.

Um zu zeigen, wie die Arbeit in der Auffangstation funktioniert, und dass mehr Geld benötigt werde, hatten die Vereinsmitglieder Lokalpolitiker und Vertreter der Stadt zu einem Gespräch vor Ort eingeladen.

Annette Schwalm (SPD), Eva Nießler (Grüne), Sascha Gerhardt (FDP), Michael Kortmann (FDP) sowie Jannicke Wellnitz und Lutz Eicker von der Stadt waren der Einladung gefolgt. „Die Kosten der Auffangstation werden sich in diesem Jahr auf etwa 22 000 Euro belaufen“, erklärte die Vereinsvorsitzende Jana Schmidt während des Gesprächs. Davon entfielen 5200 Euro auf die laufenden Kosten der Auffangstation. 3300 Euro würden für Hundeunterkunft, Katzenstreu und Hobelspäne benötigt, 4000 Euro für Futter. Der größte Kostenfaktor seien die Tierarztkosten und die Ausgaben für Medikamente. Diese beliefen sich auf 10 000 Euro.

„Das Aufnehmen von Fundtieren ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Deshalb gibt es seit dem 22. Juni 2006 einen Fundtiervertrag mit der Stadt“, erklärte Jana Schmidt weiter. Darin sei eine jährliche Pauschale von 2252,32 Euro festgelegt, die die Stadt an den Tierschutzverein zahlt. Zudem könnten Zusatzkosten bei der Stadt geltend gemacht werden. Das, so Schmidt, sei nun erstmals seit 2006 geschehen. So habe der Verein 4 800 Euro für Tierarztkosten beantragt. Bisher habe der Verein aber keinen Zahlungseingang der Stadt registriert.

Sascha Gerhardt hakte an dieser Stelle nach und wollte wissen, was an diesem Jahr so besonders sei, dass Zusatzzahlungen erforderlich würden. „In den vergangenen drei Jahren sind die Kosten gestiegen. Aber jetzt sind sie explosionsartig nach oben gegangen. Die Katzenpopulation ist das Problem. Es sind einfach zu viele Katzen. Die meisten sind alt und krank. Das kostet“, schilderte Petra Schrön die Situation in der Auffangstation. Michael Kortmann dazu: „Es wird hier gute Arbeit geleistet. Wenn berechtigte Forderungen an die Stadt bestehen, müssen sie umgehend bezahlt werden. Wir können den Verein nicht kaputtgehen lassen.“ Gerhardt zeigte in diesem Zusammenhang auf, wie viel die Stadt dadurch spare, dass diese kommunale Pflichtaufgabe durch ehrenamtliche Arbeit erfüllt werde. So würden ohne den Einsatz der Vereinsmitglieder Kosten von mehr als 50 000 Euro jährlich auf die Stadt zukommen. „Man braucht Personal und Räume“, so Gerhardt.

Petra Schrön betonte jedoch, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt bislang gut klappe. Und so solle es laut Lutz Eicker auch bleiben: „Wir sind sehr froh darüber, dass hier so viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird.“ Eicker versprach, dass die beantragten 4 800 Euro bis Ende des Monats überwiesen würden. Zudem einigten sich beide Seiten darauf, einen neuen Fundtiervertrag zu schließen. Danach sollen künftig nicht mehr 2252 Euro, sondern 7000 Euro im Jahr an den Tierschutzverein gehen.

Vor dem Gespräch hatte Jana Schmidt die Besucher durch die Auffangstation geführt. Dabei erzählte sie viel über die Schicksale der Tiere und den zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Betreuung. ▪ Jana Peuckert

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