Besonderes Geschenk

Tierischer Nachwuchs auf dem Hof Wiethege

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Drei kleine Zicklein haben auf dem Hof Wiethege das Licht der Welt erblickt. Die Auszubildenden Alina Slottmann und Jakob Kaiser kümmern sich um die Tierkinder.

Halver - Gute Nachrichten haben derzeit Seltenheitswert. Umso mehr lohnt sich ein Blick auf die schönen Momente des Lebens. Zum Beispiel auf den Hof von Landwirt Thomas Wiethege.

Dort haben pünktlich zum Osterfest gleich drei kleine Zicklein das Licht der Welt erblickt. Tierischer Nachwuchs ist für den Halveraner Landwirt nichts Ungewöhnliches, immerhin sorgen seine Kühe jährlich für rund 200 neue Kälber. Die Ziegen sind nur ein Hobby und haben daher für ein besonderes Ostergeschenk gesorgt. „Die sind eigentlich unsere Rasenmäher“, sagt Thomas Wiethege und lacht. Er wird sich künftig wohl über eine noch gepflegtere Wiese freuen können.

Neben den Ziegen, den Kälbern und 130 Milchkühen leben noch jede Menge weitere Tiere auf dem Bauernhof: „Drei Schafe, drei Ponys, 15 Hühner, ein Hund, 25 Meerschweinchen, fünf Katzen und eine Menge Mäuse“, zählt der Landwirt auf. Die Katzen scheinen angesichts der vielen Mäuse ein eher gemütliches und arbeitsarmes Dasein auf dem Hof zu verleben. „Nein, der Hof ist groß“, nimmt sie Wiethege jedoch in Schutz. Bauernhöfe gibt‘s halt nicht ohne Mäuse. 

Rinder sind zu einer Passion geworden

Während die kleineren Tiere die warme Sonne genießen, müssen die Kühe arbeiten. „33 Liter Milch produziert eine Kuh pro Tag“, verrät der Halveraner. „Deshalb müssen sie immer gut gepflegt werden.“ Die Sorge um seine Rinder ist zu einer echten Passion geworden. Auf Messen und Ausstellungen sind die Rinder aus Halver echte Stars. 

Die perfekte Optik hat jedoch auch ihren Preis: Wahre Liebe bleibt den Tieren versagt. Die Besamung findet lediglich auf künstlichem Weg statt. „Die Amerikaner sind führend bei den Holsteinrassen“, erklärt Thomas Wiethege sein Studium der „Datenblätter“ von preisgekrönten Zuchtbullen seiner Lieblingsrinderrasse. Deren Sperma wird tiefgekühlt versendet, um die Kühe hier zu befruchten.

„Das, was bei der Kuh schwach ist, muss der Bulle besser machen“, verrät er sein Zuchtgeheimnis, das ihm bisher viele sehr erfolgreiche Rinder beschert hat. Selbst das Geschlecht kann mit der Spermasorte weitestgehend bestimmt werden: „Es gibt dann zu 90 Prozent ein weibliches Tier, was natürlich bei den Milchrassen wichtig ist.“ 

Rund 200 Kälbchen werden im Jahr geboren.

Sollte doch ein Männchen dabei herauskommen, wird dieses auch aufgezogen und später als Zuchtbulle verkauft. Wie auch bei den Ziegen kommt der Rindernachwuchs „ganz von selbst“ auf die Welt. „Voraussetzung ist, dass die Tiere einen schönen Ruhebereich haben. Bei Kühen nennt sich das Abkalbestall. Das ist hier ein ganz natürlicher Vorgang“, sagt Thomas Wiethege. 

70-Stunden-Woche

Zu 90 Prozent muss dabei nicht eingegriffen werden. „Es gibt aber auch schon mal Komplikationen, wenn ein Kalb rückwärts rauskommt oder es kommen Zwillinge.“ Dann muss der Züchter selbst Hand anlegen. Das Rinderbaby wird an den Läufen herausgezogen. „Mit einem wohldosierten Zug“, erklärt Wiethege. „Dabei kommt es mehr auf die Technik an, als auf die Kraft. Das ist sonst für die Mutter nicht so gesund“. Der Job als Landwirt ist nicht nur Beruf, sondern auch Berufung für den Halveraner. Und das muss auch so sein, denn „eine 70-Stunden-Woche ist bei uns schon das Minimum“, erklärt er.

Mirjam Wiethege bietet vielen Tieren ein Zuhause.

 Um 5.30 Uhr klingelt morgens der Wecker, und wenn die Arbeit auf dem Hof erledigt ist, muss der Schreibkram gemacht werden. „Gegen 22 Uhr habe ich dann meist Feierabend.“ Ein Wochenende kann sich der Landwirt ebenso wenig leisten wie Krankheiten. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, gesund zu bleiben. Damit in Zukunft die vielen Kühe gemolken werden, Kälber und Lämmchen auf die Welt kommen und die Katzen sich um die Mäuse kümmern können.

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