Flut-Gefahr an der Elbe ist nicht gebannt

+
Mit so genannten Rauchpoldern versucht das, die durchspülten Deiche auszubessern. THW

HALVER/JERICHOW - Der Elbepegel fällt – doch die Gefahr für den Deich der Stadt Jerichow in Sachsen-Anhalt ist nicht gebannt. Matthias Oelke, Zugführer des Technischen Hilfswerks (THW) Halver, das mit neun Einsatzkräften vor Ort ist, betonte am Dienstag im Telefonat mit unserer Redaktion, dass es nun gelte, die Schutzwälle genau zu beobachten, um weitere Deichbrüche zu verhindern.

Denn die Auswirkungen dieser Brüche können verheerend sein, wie Oelke erklärte: „Das Wasser sucht sich seinen Weg und gefährdet die Stadt Jerichow jetzt sozusagen auch ,von hinten‘.“ Tags zuvor hatten die THW-Helfer aus Lüdenscheid auf ihrem Abschnitt den Deich bei Jerichow aufgeben müssen: Der Druck des Hochwassers war zu groß, die Sandsäcke hielten nicht stand. „Ein ganzes Dorf ist abgesoffen“, sagte Klaus Cordt, Ortsbeauftragter des THW Lüdenscheid. Für die Stadt Jerichow selbst kämpfen die Helfer indes noch gegen die Fluten: „Das Wasser verteilt sich bis zur Stadt und muss in die nötigen Bahnen gelenkt werden, um es schließlich wieder abpumpen zu können“, berichtete Matthias Oelke von den Aufgaben des THW.

Was geschieht, wenn ein Deich bricht, erlebten die Halveraner THWler aus nächster Nähe: Nur eineinhalb Kilometer von ihrem Einsatzort entfernt brach am Montag der Deich bei Fischbeck. „Die Hubschrauber kreisten über unseren Köpfen und warfen gigantische Sandsäcke ab, um die Bruchstelle zu schließen“, so Oelke, für dessen Team es nun gelte, den Deich im weiteren Verlauf stets auf Durchspülungen zu überprüfen. „Sickerstellen sind normal. Aber sobald es eine Trübung des Wasser gibt, spricht das für eine Durchspülung, die wir mit so genannten Rauchpoldern bekämpfen müssen.“ Dabei werden Sandsäcke im Viereck auf der Rückseite des Deiches platziert, um einen Gegendruck zu erzeugen. - zach

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare