Hitze in Halver: Temperaturen bis zu 84,7 Grad

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12 Grad hat ein alkoholfreies Weizen im Tortenatelier, wenn es serviert wird. Mit dem Infrarot-Thermometer war AA-Volontärin Caroline Ludwig in der Halveraner Innenstadt unterwegs.

Halver - Der Schweiß perlt über die Haut, die Sonne brennt und auch nachts ist an erholsamen Schlaf dank tropischer Temperaturen nicht zu denken. Nicht nur Halveraner leiden momentan unter der Hitzewelle. 

Wie warm es tatsächlich in der Innenstadt ist und wo kleine Abkühlungen zu finden sind, habe ich mit einem Infrarot-Thermometer getestet. 

Es ist 11 Uhr, in der Redaktion herrschen etwa 28 Grad. Um die Mittagshitze zu erwischen mache ich mich auf den Weg durch die Stadt. Meine erste Station: das Auto. Um nach dem Feierabend gleich losfahren zu können, habe ich es im Schatten geparkt. Widerwillig stelle ich es um – mit Absicht in die pralle Sonne. Noch sind es im Innenraum 32,5 Grad. 

Und dann geht es zu Fuß durch die Innenstadt. An der Hermann-Köhler-Straße arbeiten Dachdecker der Lüdenscheider Firma Borau, und bringen schwarze Ziegel auf die neuen Häuser. 55,1 Grad sind die Dächer mittlerweile heiß, für die Dachdecker ein Problem: „Man kann nicht mehr darauf knien. Und es ist noch nicht einmal Mittag“, sagen sie. 

„Elektronik generell anfällig“ 

Ein paar Hundert Meter weiter arbeiten Frank Turck und seine Kollegen bei 30,8 Grad in ihrer Werkstatt. Besonders unangenehm: „Wenn die Autos vorher in der Sonne standen. Da bekommt man einen Schlag“, sagt Turck. 

Doch die Hitze macht nicht nur den KFZ-Mechanikern zu schaffen, sondern auch die Autos können darunter leiden. „Zum einen kann die Batterie versagen, zum anderen geben Klimaanlagen den Geist auf, was die Kunden natürlich jetzt besonders spüren. Die Elektronik generell ist anfällig“, erklärt der Fachmann.

Auch wer in den Urlaub fahren möchte sollte beachten, dass bei diesem Wetter die Bremse schneller heiß wird. Dazu sollte unbedingt der Luftdruck der Reifen kontrolliert werden. „Ist der Druck zu niedrig, reibt der Reifen zu stark auf der Straße und kann platzen“, warnt Turck. 

Nach drei Stunden in der Sonne haben die Sitzpolster im Auto mehr als 80 Grad. Im Kofferraum herrschen knapp 60 Grad.

Von fast 31 Grad geht es in den Schatten im Hohenzollernpark, wo es auf den Steintreppen mit 28,2 Grad geradezu kalt ist. Aber Vorsicht: Wer sich ausruhen möchte sollte lieber auf die Bänke in der Sonne verzichten – das Infrarot-Thermometer zeigt 59 Grad auf dem Holz an. 

Auch mein Auto hat sich mittlerweile erwärmt. Nach nur 20 Minuten sind es im Innenraum 39,5 Grad, wo Sonne rein scheint sogar 49,8 Grad. Ähnlich warm hat es ein Bauarbeiter am Sparkassenvorplatz. In seinem Bagger herrschen mehr als 40 Grad während seine Kollegen im Schatten den 26,6 Grad kühlen Boden pflastern. „Im Schatten geht´s. In der Sonne war es gestern schlimm“, sagen sie. Nach drei Stunden in der Sonne hat auch mein Auto hohe Temperaturen erreicht: 59,1 Grad sind es im Kofferraum.

Zwölf Stunden bei 84,7 Grad 

Noch viel wärmer ist es am Arbeitsplatz von Muhsin Konuk. Bei Döner 2000 hat es auf der Theke schon 41,7 Grad, direkt neben dem Grill sind es 84,7 Grad. Dazu scheint die Sonne in den Imbiss und wärmt den Raum zusätzlich auf. Zwölf Stunden arbeiten Konuk und seine Kollegen dort am Tag. „Wir wechseln uns ab und machen einige Pausen“, sagt er. Manchmal wird während der Pausen geduscht, das T-Shirt muss er nicht selten zweimal am Tag wechseln. Aber was tut er um die Hitze auszuhalten? „Tee trinken.“ Schwarzer Tee und selbstverständlich viel Wasser helfen Muhsin Konuk durch den Tag. 

Wer kalte Speisen verkauft, hat da deutlich bessere Karten. Etwa 27 Grad hat es im Eiscafé Riviera, draußen lässt sich Volker Hüsmert sein -4,1 Grad kaltes Eis schmecken. Viel Zeit hat er dazu allerdings nicht: „Das schmilzt noch beim Essen“, sagt er. 

Eine – zugegeben sehr kleine – Abkühlung verspricht auch der kleine Brunnen vor dem Kiosk am ZOB: 20,2 Grad zeigt das Thermometer. Im Rathaus ist es mit etwa 24 Grad angenehm kühl. Eine halbe Stunde lässt es sich auch gut im Kaufland an den Obstregalen bei 12,4 Grad aushalten. Ein alkoholfreies Weizen mit 12 Grad liefert Erfrischung im Tortenatelier. Und wenn das alles nichts bringt: Ab in die Herpine!

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