Halver

Thermobilder vom Eigenheim

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Helge Pfingst (Verbraucherberatung), Bürgermeister Michael Brosch und Peter Kaczor (Bauamt) schauen sich Wärmebilder an. Die blauen Flecken der Hand zeigen beispielhaft die kalten, nicht durchbluteten Bereiche.

Halver - Die Stadt Halver und die Verbraucherzentrale NRW bieten Hausbesitzern die Chance, zum vergünstigten Preis Thermografien ihres Gebäudes anfertigen zu lassen. 95 statt der ohnehin schon subventionierten 190 Euro kostet das Wärmebild in diesem Fall.

Zunächst für zehn Interessenten gilt das Sonderangebot. Eine Ausweitung ist allerdings nicht ausgeschlossen. Die Stadt verfolge damit das Klimaziel, bis 2020 25 Prozent Energie gegenüber dem Stand von 2009 einzusparen, begründet Bürgermeister Michael Brosch das finanzielle Engagement. Und es werde zwar öffentlich viel diskutiert über die Erzeugung von Energie, zu wenig aber über die Möglichkeiten der Einsparung über den Gebäudebestand. Günstig ist der Zeitpunkt der Aktion jetzt im Winter. Das Temperaturgefälle zwischen Haus und Umgebung ist groß, die Schwachstellen sind deutlich sichtbar.

Manche Wärmelecks ihrer Häuser können Eigenheimbesitzer ohnehin leicht erkennen, sagt Verbraucherberater Helge Pfingst. Schmelze der Schnee auf dem Dach sofort und trockneten manche Stellen besonders schnell, deute das auf eine schlechte Dämmung hin. Andere Problemstellen hingegen müssten erst sichtbar gemacht werden.

Abhilfe schaffen soll dann das Winterpaket der Verbraucherzentrale, das nicht nur die Thermografie, sondern auch eine fachkundige Energieberatung bietet. Denn ähnlich wie beim Röntgenbild lasse sich die Aufnahme nicht unbedingt durch den Laien deuten. Fachleute erkennen dabei nicht nur die Schwachstellen, sondern ziehen Schlussfolgerungen und stellen einen Fahrplan auf, der die finanziellen Möglichkeiten des Haushalts einbezieht und vorschlägt, was kurz-, mittel- und langfristig zu tun ist.

In der Praxis sieht es dann so aus, dass der Thermograf in einer kalten Nacht Außenaufnahmen des Hauses anfertigt, wovon die Bewohner in der Regel gar nichts merken. Die Bilder dienen als Grundlage für eine etwa 90-minütige Beratung.

Der knallrote Rolladenkasten

„Ich schaue mir die Wärmebilder in der Regel zuvor in Ruhe an und kann erste Schwachstellen erkennen“, erklärt Pfingst das Vorgehen. Die Visualisierung durch die Thermografie macht oft ohne größere Erklärung die Problemlage deutlich: „Es hilft vielen, wenn sie mit eigenen Augen sehen, wie zum Beispiel ihr ungedämmter Rollladenkasten auf dem Wärmebild knallrot leuchtet.“

Die Thermografie-Aktion findet im Rahmen des Projekts Energiewende der Verbraucherzentrale NRW statt und wird von der Europäischen Union, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Halver gefördert. Der Gesamtpreis liegt bei 190 Euro, vergünstigt für die ersten zehn Interessenten bei 95 Euro. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung besteht unter Tel. 02 11 / 33 99 65 55.

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