Hängepartie

Windkraft: Wie geht Halver künftig damit um?

+
Wie geht Halver in Zukunft mit dem Thema Windkraft um? Seit Mitte 2018 liegt eine Klage beim Verwaltungsgericht in Arnsberg.

Halver - Wie geht die Stadt Halver künftig mit dem Thema Windkraft um? Die Entscheidung über Errichtung oder Verhinderung solcher Anlagen wird zur Hängepartie.

Seit Mitte vergangenen Jahres ist die Klage der SL Naturenergie gegen den Märkischen Kreis beim Verwaltungsgericht Arnsberg anhängig. Als Beigeladene beteiligt ist auch die Stadt Halver. Alle Argumente zwischen den Beteiligten sind ausgetauscht. 

Die Terminierung einer Verhandlung aber sei nicht absehbar, heißt es auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers aus der Pressestelle des Verwaltungsgerichts. Von der Entscheidung der Richter aber hängt mittelbar ab, ob Windkraft als regenerative Energie in Halver eine Rolle spielen wird. Aus Sicht des Landes Nordrhein-Westfalen wäre das aber wünschenswert. 

Ökostrom-Offensice des Wirtschaftsministers

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kündigte am vergangenen Montag erst eine Ökostrom-Offensive an. Demzufolge sollen die Windkraft-Kapazitäten in den kommenden fünf Jahren verdoppelt werden. „Die Gesamtmenge an Windkraft, die in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, werden wir in den nächsten fünf Jahren noch einmal verdoppeln“, erklärte er dem Westdeutschen Rundfunk.

In Halver aber gibt’s zurzeit keine Spur davon. „Wir harren der Dinge und dass das Gericht sich der Sache annimmt“, sagt auf Anfrage Joachim Schulenburg, bei der SL Naturenergie Leiter der Projektentwicklung. Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung sind zwei Anträge, die das Gladbecker Unternehmen für Halver auf den Weg gebracht hatte. 

Vorrangzone in Engstfeld

Das erste bezog sich auf die Vorrangzone für Windkraft in Engstfeld, die mit politischem Beschluss aus dem Jahr 2015 eingerichtet worden war. Der Rat hatte damals auch die geltenden Höhenbeschränkungen aufgehoben. Das Genehmigungsverfahren aber zog sich über mehrere Jahre bis hin zur Feststellung, dass SL Naturenergie aufgrund ökologischer Bedenken keine Chance mehr sah, das Projekt in Engstfeld zu verwirklichen.

Im Dezember 2017 zog man den Schlussstrich und verzichtete auf Rechtsmittel. Dafür wollte der Investor an einen anderen Standort, und zwar in Schöneberge. 

Im Mai 2018 aber war klar, dass hier weder der Märkische Kreis noch die Stadt Halver mitspielen würden. Die Stadt versagte ihr Einvernehmen mit dem Hinweis auf die Ausschlusswirkung, die die Vorrangzone in Engstfeld entfalte. Solange die Vorrangzone Bestand habe, so die Argumentation, sei ein sogenanntes privilegiertes Bauvorhaben in Schöneberge unzulässig. 

Das will SL Naturenergie seitdem genauer wissen und endlich Klarheit. Die ausgewiesene Vorrangzone in Engstfeld sei offenkundig ungeeignet für die Errichtung einer solchen Anlage. Es sei nicht haltbar, unter diesen Vorzeichen eine Ausschlusswirkung zu begründen, argumentiert das Unternehmen. Und in der Kommunalpolitik ist es beim Thema Windkraft schon lange sehr ruhig geworden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare