Theater in Halver: Heidi neu interpretiert

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Heidi und der Alm-Öhi kommen sich näher. Heidi gewinnt das Herz des Großvaters im Handumdrehen. Die Neue Volksbühne Köln präsentierte das Stück abgewandelt in der AFG-Aula.

Halver - Mit Schweizer Dialekt, viel Spielwitz und Fantasie erzählte die Neue Volksbühne Köln beim Kindertheater in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums die bekannte Geschichte vom Waisenmädchen Heidi, das sein Glück in den Bergen findet.

Zu dritt untersuchten Aischa-Lina Löbbert in der Rolle der Heidi, Irene Schwarz und Michl Thorbecke in sämtlichen anderen Rollen die berühmte Vorlage von Johanna Spyri auf ihren komisch-tragischen Gehalt. 

Aus der Rückschau – Heidi und der Ziegenpeter waren als Ehepaar alt geworden – hauchten sie der bekannten Geschichte vom Mädchen aus den Bergen überraschendes, erfrischendes Leben ein. 

Kein lebendiges Kinderstück mehr 

Mit der rührseligen Geschichte, mit der Jung und Alt die Heidi-Geschichte verbindet, hatte dieses lebendige Kinderstück wenig gemein. Schon beim beweglichen Bühnenbild mit Wäscheleine und Bergen von Wäsche war Fantasie gefragt. Per Leitern erklommen die Darsteller da die Berge. Der nostalgische Rollstuhl des alt gewordenen Ziegenpeters verwandelte sich bei Bedarf in einen Schlitten. „Geißen“ sprangen in Form von Tüchern, von flinken Händen bewegt, munter umher. 

Im Haus ihrer Freundin Klara findet Heidi im Diener einen Verbündeten.

Tausend Kleinigkeiten, die die Vorstellungskraft der kleinen und großen Zuschauer herausforderten, gab’s bei der rund einstündigen, prallen Inszenierung zu entdecken. Ein weißes Tuch genügte, um eine schneebedeckte Berglandschaft bildhaft vor Augen zu führen.

Schaurige Zähne machten aus dem jungen Ziegenpeter, der mit Vorliebe Heidis mitgebrachte Würste in Form von Schuhen in sich hineinstopfte, den brummigen, tief im Innern herzensguten Großvater. Sogar „My Fair Lady“ und der berühmte Satz „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ schlich sich unbekümmert und keck in die Inszenierung des Theaters ein. 

Heidi erobert das Herz ihres Großvaters 

Kindlich, naiv und gutherzig mimte Aischa-Lina Löbbert ihre Heidi, die mit ihrer Fröhlichkeit das Herz des grimmigen Großvaters im Handumdrehen eroberte. Mit großen Augen bestaunte sie die Bergwelt und verbrachte bei ihrem Almöhi beschauliche Tage. Szenen-Wiederholungen mit kleinen Änderungen, die den Wechsel der Jahreszeiten und damit das Verrinnen der Zeit beschrieben, skizzierten das friedliche, geruhsame Leben auf der Alm. 

Multi-Instrumentalistin Irene Schwarz, die Heidi nach dem Tod ihrer Mutter in der Rolle der Tante Dete ungefragt zum unbekannten Großvater brachte und ihm das Mädchen Jahre später ebenso harsch wieder entriss, breitete über dem szenischen Spiel auf Akkordeon, Gitarre & Co. einen illustren Klangteppich aus. Als gestrenges Fräulein Rottenmeier war sie fassungslos über Heidis fehlende Manieren. In Windeseile verwandelte sich Michl Thorbecke vom Alm-Öhi in den Ziegenpeter, von der gelähmten Klara mit Fistelstimme und Blondhaarperücke in den beflissenen Diener – und wieder zurück.

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