Ganztagsschüler mit bissiger Theaterstück-Premiere

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Wodka und Wein statt Banane und Apfel – in der Drogenschule herrschte totales Chaos.

Halver - Wodka im Biologieunterricht? Ecstasy und Speed in Geschichte? In Kunst eine Eins für Drogenverherrlichung und eine Standpauke von höchster Stelle für gesunden Pausenverzehr? In der „Drogenschule“, einer Parodie aus der Feder von Deutschlehrer Markus J. Beyer, stand am Dienstag in der Pausenhalle der Ganztagsschule Halver (GTS) die Welt auf dem Kopf.

Mit dem bissigen, amüsanten Stück feierte die Theatergruppe der Klasse 9b eine gelungene Premiere. Intern führten die 15 jungen Darsteller ihr Stück, unter Leitung von Markus J. Beyer im letzten halben Jahr einstudiert, gestern noch einmal vor Mitschülern auf. Als Hauptdarstellerinnen wähnten sich die besten Freundinnen Liz (Alina Rust) und Alice (Nadja Chehade) „im falschen Film“, als sie sich nach einer durchfeierten Partynacht in der „Drogenschule“ wieder fanden. Laut Schulordnung durften, sollten und mussten die Schülerinnen und Schüler in der albtraumhaften Welt, der sie begegneten, im Unterricht Rauschmittel konsumieren. Wer Gesundes – Apfel oder Banane  –  dabei hatte, handelte sich einen Schulverweis ein. Nicht nur die Mitschüler, die Wein-, Sekt- und Bierflaschen auspackten, auch die Lehrer, sogar die strenge, gefürchtete Direktorin befanden sich auf einem wahnwitzigen Drogentrip.

Liz und Alice, die da nicht mitmachen wollten, sahen sich mehr und mehr in die Außenseiterrolle gedrängt. Egal in welcher Stunde: Sie standen als Spaßverderber und aufmüpfige, den Unterricht störende Miesmacher da. „Jetzt wollen wir uns erst einmal einen Rausch antrinken“, hieß es zum Entsetzen der beiden Freundinnen bei Frau Sackmeier (Acelya Akbaba) im Biologieunterricht. Einser hagelte es bei Frau Goch (Hilal Büyükbas) im Kunstunterricht für alle, die das Komasaufen in ihren Bildern verherrlichten. „Leider gibt es noch so viele Anti-Alkoholiker, die vermiesen doch jede Party“, meinte die Lehrerin, die das Meckern der beiden Freundinnen mit einer Sechs bestrafte. Hofften die beiden nach all diesen Nackenschlägen nun auf den ansonsten immer so langweiligen Geschichtsunterricht von Frau Monte (Jill Römer), sahen sie sich alsbald eines Besseren belehrt. Mit dem Hinweis, dass selbst für Montezuma der Tag erst mit einem Joint gelaufen war, machte die Historikerin ihr Drogenköfferchen auf. „Nummer eins raucht man, das andere mit einem Glas Wasser runterspülen!“

Am Tiefpunkt gelangten die beiden Freundinnen an, als sie wegen eines Apfels und einer Tüte Kakao kurz davor standen, von der Schule zu fliegen. Wie ein Raubvogel stürzte sich die Direktorin (Daniela Eckhardt) auf die beiden Mädchen und stutzte sie nach allen Regeln der Kunst zurecht. In der Schlussszene, die eine Wiederholung der Eingangsszene unter umgekehrtem Vorzeichen war, löste sich das Rätsel um die „Drogenschule“ – ein Albtraum von Liz und Alice – schlüssig auf.

Erzähler René Roth, der die einzelnen Szenen mit Überleitungen verband, brachte die Botschaft des Stückes auf den Punkt: „Gebraucht euren Verstand und überlegt euch genau, was ihr tut!“ Wichtig sei, seine eigene Meinung zu vertreten.

Monika Salzmann

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