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Corona: DRK plant Impfzentrum in dieser Stadt im MK

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Von: Florian Hesse

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Im Testzentrum des DRK Halver soll ab Mitte Dezember auch geimpft werden.
Im Testzentrum des DRK Halver soll ab Mitte Dezember auch geimpft werden. © Florian Hesse

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Halver baut ein Impfzentrum in Halver auf. Die Vorbereitungen dazu laufen. Am 13. Dezember solle das Impfzentrum den Betrieb aufnehmen, bestätigt Rotkreuzleiter Werner Neuhoff den Sachverhalt im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

Halver - Standort des Impfzentrums soll das DRK-Gebäude an der Thomasstraße sein, wo zurzeit auch unter Hochdruck getestet wird. Bei diesem Standort soll es auch bleiben. Von Umzugsplänen hat das DRK Abstand genommen. Kürzlich noch hatte die Überlegung im Raum gestanden, das Testzentrum zu verlagern in ungenutzte Pavillons an der Regenbogenschule am Pestalozziweg. Man werde aber sowohl mit Impfen wie mit dem Testen nun an der Thomasstraße bleiben, kündigt Neuhoff weiter an.

Weiter Kooperation mit „Pflegeleicht)

Partner von DRK und Stadt Halver bleibt unverändert der Pflegedienst „Pflegeleicht“. Dieser wie der DRK-Ortsverband stellen die Mitarbeiter, die den Impf- und Testbetrieb begleiten. Den Piks selbst verabreicht ein Arzt, der von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt wird. „Morgens testen, nachmittags impfen“, das ist der Plan ab Mitte Dezember. Verimpft werden soll mit Kenntnisstand von jetzt Biontec.

Mit dem lokalen Angebot schließt das DRK Halver die Lücke, die nach der Schließung der großen Impfzentren entstanden ist. Sich den Impfschutz über eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung zu sichern, ist zurzeit nur über die mobilen Angebote des Impfbusses oder die hausärztlichen Praxen möglich.

150 Impfungen pro Nachmittag

Das Halveraner Impfangebot könnte demnach auch Bedeutung für die Region erlangen. Neuhoff geht von rund 150 Impfungen aus, die an einem Nachmittag absolviert werden könnten. 30 bis 50 pro Stunde sei der Erfahrungswert. Auf mehr als 40 Impfungen kommt man auch im Impfbus. Auch dieses mobile Angebot des Märkischen Kreises soll ausgebaut werden, um der vierten Corona-Welle zumindest etwas an Härte zu nehmen. Bis Ende Januar solle das Angebot aufrecht erhalten bleiben, sagt Neuhoff weiter.

Organisatorisch ist im Vorfeld einiges zu regeln. Für die Impfungen werde es ein eigenes Buchungssystem geben, um Wartezeiten zu verkürzen und Menschenansammlungen zu vermeiden. Dabei solle es zugleich möglich sein, Formulare im Vorfeld herunterzuladen, um sie nicht vor Ort ausfüllen zu müssen.

Andrang auf Tests

Grund für die Entscheidung, ein solches Angebot in Halver zu unterbreiten, ist der zunehmende Druck aufgrund der Infektionslage und auch die Erwartung, dass die Regel mit 2G+ kommen könnte. Und bereits jetzt lässt sich an Zahlen belegen, dass die Menschen sich häufiger testen lassen. Seit die Bürgertests nach dem 13. Oktober wieder kostenfrei sind, haben sich beim DRK in Halver etwa 1000 Personen testen lassen. Als man es noch selbst zahlen musste, war diese Zahl auf 300 heruntergegangen, was zu Überlegungen geführt hatte, Testzentren wieder zu schließen. Davon hatte das DRK für seine Einrichtungen im Märkischen Kreis wieder Abstand genommen. Halver hatte den Testbetrieb ohnehin aufrecht erhalten wollen.

Für die Hilfsorganisation mit 34 Aktiven in der Gemeinschaft bedeutet die Corona-Lage zugleich immens viel Arbeit. Die Ehrenamtlichen seien in diesem Jahr 7600 Stunden im Corona-Einsatz gewesen, sagt der Rotkreuzleiter über sein Team. Die laufenden Schulungen, für die das Gebäude eigentlich benötigt wird, sollen ausgelagert werden, und zwar voraussichtlich ins Bürgerzentrum.

Der Aufbau eines Impfzentrums in Halver geht dabei zurück auf ein Gespräch zwischen Neuhoff und Bürgermeister Michael Brosch, der kürzlich auch die Möglichkeit ansprach, eine zusätzliche Testmöglichkeit in Oberbrügge zu realisieren. Das Angebot könnte interessant sein auch für Bürger aus dem benachbarten Lüdenscheid und werde auch von seinem Amtskollegen Sebastian Wagemeyer begrüßt.

Er gehe von einer deutlichen Verschärfung der Lage aus, hatte Brosch erst am Wochenende in einem Facebook-Post deutlich gemacht. Angesichts der zunehmenden Hospitalisierungsquote sei von einem faktischen Lockdown für Ungeimpfte und beziehungsweise Nichtgenesene auszugehen. Die Stadt Halver selbst werde die 3G-Pflicht auch im Rathaus und der Bücherei umsetzen, das heißt, dass Besucher einen entsprechenden Nachweis erbringen müssen.

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