Temperaturen steigen – und Sorge um die Straßen wächst

Die Temperaturen steigen und doch wird nach dem Schneefall erst jetzt der Winter sichtbar – wie hier auf der L528 zwischen Halver und Kierspe. Allerdings werden die Straßen mit dem einsetzenden Tauwetter einem besonderen „Stress“ ausgesetzt. ▪

HALVER ▪ Kinder freuen sich, Autofahrer fluchen: Der Winter hat doch noch Halver erreicht. Dass all jene, die mit ihrem Fahrzeug unterwegs sein müssen, der weißen Pracht nicht nur wohlwollend gegenüberstehen, liegt nicht nur an der Schneedecke auf der Straße, sondern auch an deren Belag. Denn der leidet bei solche einem Wetter.

Denn einerseits fiel zwar Schnee vom Himmel, andererseits steigen die Temperaturen – und Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel weiß um die Gefahr, die vom einsetzenden Tauwetter ausgeht. „Bei neuen Straßen mit frostsicherem Unterbau ist das kein Problem. Aber bereits beschädigter Asphalt platzt auf, weil sich der Frost in bis zu 60 Zentimetern Tiefe ausdehnen konnte“, so Engel. Die Folge: Die Zahl der Schäden steigt.

Dabei befinden sich Halvers Straßen schon jetzt in keinem guten Zustand – was auch Michael Brosch, Fraktionsvorsitzender der SPD, am Montag im Rat erneut betonte. Das Gremium beschäftigte sich in seiner Sitzung mit dem Antrag der Sozialdemokraten, für die Unterhaltung der heimischen Straßen 300 000 Euro mehr als im Haushaltsplan vorgesehen aufzubringen. Mit dem von der SPD erbetenen Deckungsvorschlag für diese Summe konnte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker jedoch nicht dienen. Michael Brosch formulierte dennoch einen Antrag: Sobald es in einzelnen Haushaltsposten „Aufwandsverringerungen“ gibt, sollten diese eingesparten Mittel bis zu einer Höhe von 300 000 Euro für den Straßenbau zur Verfügung gestellt werden. Doch weder Peter Starke (CDU) und Werner Lemmert (UWG) noch Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) wollten diesem Ansinnen folgen. „Wenn, dann sollten wir Einsparungen zur Schuldentilgung nutzen“, erklärte Peter Starke. „Nur, wenn wir Geld für Straßen zwingend ausgeben müssen, sollten wir das im Rahmen außerplanmäßiger Ausgaben eben tun.“ Den Wunsch, noch nicht absehbare Investitionen bereits jetzt zu fixieren, bezeichnete der CDU-Fraktionsvorsitzende als „unmöglich“.

Letztlich kam es ohnehin nicht zu einer separaten Abstimmung über den SPD-Antrag: Mit der Abstimmung über den Gesamtetat wurde schließlich auch die Entscheidung über den Haushaltsposten für die Straßenunterhaltung gefällt. CDU, UWG und die Mehrheit der Grünen-Fraktion stimmte für den von Kämmerer Markus Tempelmann vorgelegten Haushaltsplan, SPD, FDP und Eva Niesler von den Grünen stimmten dagegen. ▪ Frank Zacharias

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