Teich in Carthausen

Markanter Teich: Privatmann kämpft für Sauberkeit und Idylle

Karl-Richard Winkhaus fühlt sich an dem Teich in Halver Carthausen wohl.
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Karl-Richard Winkhaus fühlt sich in Teichnähe wohl. Winkaus kümmert sich als Sohn des Besitzers um den Privatteich in Carthausen, der an der T-Kreuzung zur Landesstraße 868 liegt.

Auf die Bank, die Karl-Richard Winkaus am Kopfe des Teichs gestellt hat, setzt er sich nur selten. „Sie ist nicht wirklich bequem. Aber ich wusste nicht, wohin mit ihr.“

Winkaus kümmert sich als Sohn des Besitzers um den Privatteich in Carthausen, der an der T-Kreuzung zur Landesstraße 868 liegt. Den Teich gibt es bereits seit mehr als 200 Jahren, im Gegensatz zur Straße.

Der Ausblick von der Bank und auf den Teich in Halver Carthausen

Früher diente er dazu, das Wasserrad anzuschieben, welches 1951 abgerissen wurde. Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch der Teich als Konstante blieb, auch wenn er in den vergangenen Sommerjahren nicht mit allzu viel Wasser gefüllt ist. Winkhaus nimmt diese Tatsache höchst gelassen hin und kümmert sich weiterhin gern um den Familienteich. „Was soll ich machen? Der Regentanz funktioniert nicht. Ich warte einfach ab, bis es regnet und gut ist. Aber im Prinzip ist es doch so wunderbar.“

Teich „ist ein wunderbar funktionierendes Biotop“

Auf Leute, die den Teich als verhunzt bezeichnen, legt der Goldschmied keinen Wert. „Der Teich ist ein wunderbar funktionierendes Biotop, der nicht gekippt ist. Im Winter sind nicht selten Enten hier und im Sommer ganz viele Libellenarten. Ich beobachte die Tiere gerne“, freut sich der Naturliebhaber, den vielmehr Spaziergänger stören, die ihren Müll im Teich entladen. „Aber wenn ich die Leute anspreche, werden sie in der Regel nur frech und ich muss den Müll wieder rausfischen. Das ist wirklich ärgerlich.“

Als ärgerlich empfindet Winkhaus auch die Tatsache, dass lange Zeit keine Pflanzen im Teich überleben konnten. Die Ursache waren Graskarpfen, die ein Bekannter von Winkhaus mit seiner Einwilligung in den Teich ließ und sich als äußerst gefräßig in Bezug auf die Teichpflanzen erwiesen. Mittlerweile ist die Naherholungsstätte des 61-Jährigen wieder karpfenfrei und als Folge hat der gebürtige Lüdenscheider Seerosen in den Teich gelassen, die jetzt nicht mehr um ihr Überleben fürchten müssen. Weitere Pflanzenarten sollen noch folgen, doch mit der Besorgung lässt er sich noch Zeit. „Ich mache es nach Lust und Laune.

Hotel Frommann sei der eigentliche Schandfleck in Carthausen

Aber so oder so ist es hier kein Schandfleck. Im Gegensatz zu dem da!“, sagt Winkhaus und zeigt auf das leer stehende Haus Frommann (siehe Info-Kasten). „Die Stadt lässt das Gebäude vergammeln und keiner kümmert sich darum (siehe Infobox unten) Das ist wirklich tragisch.“ Weitere Worte will Winkhaus nicht darüber verlieren, aber es wird deutlich, dass ihm Carthausen sehr am Herzen liegt – und insbesondere der Teich dort.

Das Haus Frommann: Das war geplant, so soll es weitergehen

Länger als ursprünglich geplant steht das Haus Frommann leer. Im Januar 2016 hatte die Stadt das Gebäude erworben, um daraus – so der Plan – eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. Dies geschah jedoch nicht. Ziel ist nun wieder die Einrichtung eines Hotels im Gebäude. Dafür gab es zu Beginn des Jahres viele Gespräche und Ortsbesichtigungen. „Corona hat uns da einen üblen Streich gespielt“, sagt Markus Tempelmann, Kämmerer der Stadt. Hatten die Interessenten durchaus die Intention, wieder ein Hotel in dem leer stehenden Gebäude zu eröffnen, kam durch die Corona-Krise diese Branche zum Erliegen – und die Gespräche damit auch. Leichter wäre es, sagt Tempelmann, aus diesem Gebäude ein Wohnhaus zu machen. „Aber das wäre zu schade. Wir haben den Willen, in diesem Haus mindestens eine Gastronomie unterzubringen.“ Noch besser sei nach wie vor die Kombination mit einem Hotel. Die Lage sei gut und vielversprechend, lobt der Kämmerer den Standort. In der vergangenen Woche wurden die Gespräche mit möglichen Investoren wieder aufgenommen. „Wir nehmen uns ein bisschen mehr Zeit.“ Verträge würden nicht direkt mit dem erstbesten Investor geschlossen, wenn die Pläne nicht den Vorstellungen der Stadt entsprechen, betont Tempelmann.

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