Bäume in Gefahr

Tausende Bäume in dieser Stadt auf der Kippe - nicht jeder kann gerettet werden 

Bäume Stadt Halver
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Die Stadtbäume stehen auf der Kippe.

Bäume in der Stadt stehen flächendecken auf der Kippe.

Halver – Bleibt es bei den anhaltend trockenen Sommern wie in den vergangenen Jahren, könnten in den nächsten zwei Jahren bis zu drei Viertel der Stadtbäume in Halver nicht zu halten sein.

Zu dieser Einschätzung kam Michael Schmidt, Fachbereichsleiter für Bauen und Wohnen bei der Stadt Halver, in der Sitzung des Planungsausschusses, als es um den Umgang mit innerstädtischen Bäumen und um die Empfehlungen des Arbeitskreises Energie und Umwelt ging.

Empfehlung des Arbeitskreises ist unter anderem, über die vorhandenen Mittel hinaus ein jährliches Budget von 100 000 Euro für Baumpflege bereitzustellen. Dabei geht es um die Verbesserung einzelner Standorte. Dem folgte der Fachausschuss ebenso einstimmig wie der Anregung, ein digitales Baumkataster anzulegen, um Bäume mit Blick auf Verkehrssicherheit und Pflegebedarf zu erfassen. Erforderlich seien zudem Jahrespläne zum Umgang mit Bäumen und die Ermittlung des Bedarfs, wo und in welchem Umfang Neuanpflanzungen erforderlich sind, um erkennbare Belastungen durch die Klimaveränderung auszugleichen.

Finanzielle Auswirkungen

Weitere finanzielle Auswirkungen sind aus zwei weiteren Punkten des Forderungskatalogs zu erwarten: Wenn Baumstandorte aus stadtplanerischen Gründen aufgegeben werden müssten, sei ortsnah gleichwertiger Ersatz zu leisten. Das gelte auch für die Fällung von gesunden Bäumen wie für die Aufgabe von Baumstandorten. Gleichwertiger Ersatz bedeute, dass die „ökologische Bedeutung monetär zu bewerten“ sei. Das wiederum kann teuer werden, weil junge Bäume gar nicht in der Lage seien, die Leistung eines ausgewachsenen, alten Laubbaumes zu ersetzen. Rechne man die Bedeutung mit Blick auf die Speicherung von CO2, Beschattung und weitere Faktoren ein, komme man auf mehrere 10 000 Euro.

Was auf die Stadt Halver damit zukommt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum ermessen. Um für einen einzigen Baum die baulichen Um Voraussetzungen für ein gesundes Gedeihen mit ausreichend Fläche und Wurzelraum zu schaffen, geht Schmidt von einer Größenordnung von bis zu 10 000 Euro aus. Bei 5000 Bäumen auf dem Stadtgebiet Halvers sei damit klar, „dass wir nicht jeden Baum retten können“, wie Ausschussvorsitzende Martina Hesse (CDU) feststellte: „Ohne besondere Maßnahmen werden etliche absterben. Dazu reichen auch keine Eimer und Wassersäcke.“

Teuer wird es auf jeden Fall

Teuer wird es auf jeden Fall. Nicht nur die Kosten für Ersatzpflanzungen sind erheblich. „Auch jede versuchte Rettung kostet Geld“, sagte Schmidt. Die Blutbuchen vor dem Rathaus an der Thomasstraße beispielsweise, sieben an der Zahl, wurden vor wenigen Wochen noch behandelt in der Hoffnung, sie zu stabilisieren.

Ob das funktioniert hat, weiß man im kommenden, vielleicht auch erst im übernächsten Jahr. Die vorläufigen Kosten allein für diese Baumreihe und ohne Erfolgsgarantie: rund 8000 Euro.

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