Tankstellenüberfälle: Zeuginnen berichten

- Symbildild

Halver/Schalksmühle -  Eine „böse Weihnachtsüberraschung“ erlebte eine 34-jährige Mitarbeiterin in einer Tankstelle an der Volmestraße in Schalksmühle: Am ersten Weihnachtstag drängte kurz vor 18.30 Uhr ein von oben bis unten schwarz gekleideter Mann in den Verkaufsraum, drängte die Kassiererin hinein und verlangte nach Geld.

Dieser Forderung verlieh der maskierte Räuber, der eine schwarze Sturmhaube mit Sehschlitz trug, durch eine Pistole Nachdruck.

„Ich habe noch nie in eine Waffe gesehen. Es war sehr unangenehm“, erinnerte sich die Zeugin im Landgericht. Der Räuber stopfte das Scheingeld in einen mitgebrachten Rucksack, schüttete auch noch das Kleingeld dazu und entkam mit gut 500 Euro in Richtung Dahlerbrück. Die Polizeibeamten, die kurz darauf am Tatort eintrafen, fanden eine zitternde und weinende Frau vor, die sich jedoch relativ schnell erholte: „Am 27. Dezember habe ich wieder gearbeitet“, erzählte sie im Landgericht. Die persönliche Tapferkeit nach der Devise „Es muss weitergehen“ zahlte sich aus im Kampf gegen eine mögliche Traumatisierung: „Ich schlafe gut, und ich gehe alleine in den Wald.“ Dennoch hatte der Überfall auch für die 35-Jährige Folgen: „Ich gucke mir die Leute gründlicher an.“

Zwei Tage später kam es nach gleichem Muster kurz vor Geschäftsschluss um 22.30 Uhr zu einem Überfall auf die BFT-Tankstelle am Bächterhof. Der Räuber drängte die Mitarbeiterin in den Geschäftsraum und verletzte sie dabei leicht am Arm. Anschließend öffnete er selber die Kasse und erbeutete gut 600 Euro.Ein Teil der Beute war zu Boden gegangen – wie auch der Räuber, der bei seiner Flucht stürzte, sich aber sofort wieder hochrappelte und den Geschäftsraum eiligst verließ. „Ich war aufgeregt. Das Herz schlug hier oben“, erinnerte sich die 61-jährige Tankstellenmitarbeiterin an die Szene, in der ihr der maskierte Täter eine Pistole vor die Brust gehalten hatte. Auch diese Zeugin bewies ein sehr robustes Gemüt, das sie vor einer Traumatisierung schützte: „Bis jetzt geht es mir gut – keine Probleme. Ich schlafe gut.“ Reaktionen auf Bedrohungssituationen sind eine sehr individuelle Angelegenheit. Auch diese Zeugin arbeitete am 30. Dezember bereits wieder. Unterstützt wurde sie dabei von einigen Sicherheitsmaßnahmen, mit der derTankstellen-Inhaber auf den Überfall reagierte – zusätzliches Personal in den Abendstunden und eine erweiterte Video-Überwachung.

Der Prozess wird am 1. Juli ab neun Uhr im Landgericht fortgesetzt.

Der Fall: Wegen dreier Raubüberfälle muss sich ein 39-Jähriger aus Halver vor dem Landgericht Hagen verantworten. Er bestreitet zwei Überfälle auf Tankstellen an der Volmestraße in Schalksmühle und auf die BFT-Tankstelle in Halver am 25. und 27. Dezember 2013. Gestanden hat der Mann hingegen den Überfall auf ein Bekleidungsgeschäft an der Bahnhofstraße in Halver am 31. Dezember.

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