„An 365 Tagen 24 Stunden am Tag abrufbereit“

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Hauptbrandmeister Holger Kutzehr (Mitte) wurde zum Brandinspektor befördert. Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski (rechts) und sein Stellvertreter Reiner Clever gratulierten.

HALVER Die Leistung der Freiwilligen Feuerwehr werde in Halver zwar respektiert, dass sie aber unentgeltlich und ehrenamtlich erbracht werde, die Männer und Frauen an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag abrufbereit sein müssten, „ist der Bevölkerung relativ unbekannt“. Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski tat beim Stadtwehrappell am Samstagabend auf Gut Voswinckel alles, um dieses vermeintliche Manko auszuräumen.

Der Jahresrückblick machte es im Detail offenbar, was dieses Ehrenamt beinhaltet. Leistungsnachweis, Weiterbildung, Lehrgänge, Seminare von Brandschutz, Strahlenschutz, Brand- und Explosionsursachen-Ermittlung über Digitalfunk, Erste Hilfe, Artenschutz und ABC-Einsatz bis hin zu Führungslehrgängen und Verkehrsunfall-Einsatz – „jeder hat mindestens eine Fortbildung gemacht“.

Die Feuerwehr sei mit 173 Aktiven, 70 Mitgliedern der Ehrenabteilung und 34 Jungfeuerwehrleuten noch nie so stark gewesen wie jetzt, verkündete Czarkowski. 2009 habe es nur einige Ereignisse gegeben, zu denen der Großbrand in Hagebücherhöhe gehörte, wo eine Scheune bis auf die Grundmauern niederbrannte. Bei insgesamt 155 Einsätzen wurden 3800 Stunden Dienst notiert. Am traditionellen Leistungsnachweis haben sieben Gruppen der Halveraner Wehr „erfolgreich teilgenommen“ und bei den Kinder-Brandschutz-Aktionen sei erstmalig auch eine Grundschule dabei gewesen. Björn Clever wurde hier als „Motor“ genannt. Ein Pilotprojekt haben die Jugendfeuerwehr-Leiter Paolo Silva und Thorsten Wingenbach an der Ganztagsschule Halver durchgeführt: eine AG zum Thema Feuerwehr, an deren Ende neun Schüler erfolgreich eine Prüfung abgelegt haben.

Czarkowski gab auch Einblicke in die aktuelle Situation hinsichtlich des Brandschutz-Bedarfsplanes: Ein 130 Seiten umfassendes Werk, das alle Defizite aufzeige und einen Leitfaden für die Umsetzung vorgebe. Vom Rat Ende 2009 beschlossen, sei ein Zeichen gesetzt worden und der Rest nun „eine politische Entscheidung“. Lob gab es für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Die neue Ehrenamtskarte sei derzeit in aller Munde, sagte Czarkowski. Der demografische Wandel, die ständig zunehmende Anforderung an die Ausbildung, der Wust von Vorschriften – ihm stelle sich die Frage, ob das alles noch leistbar sei. Das Ehrenamt sei nicht die Lösung, es müsse nach neuen Wegen gesucht werden.

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker bescheinigte Czarkowski eine hervorragende Vorarbeit für den Brandschutz-Bedarfsplan. Die Finanzierung sei ein Problem, aber er solle nach und nach umgesetzt und im Haushalts-Entwurf 2011, der dem Rat im September vorgelegt werde, eingestellt werden. Neben dem neuen Rettungsfahrzeug stehe noch die Anschaffung eines Hubrettungsfahrzeuges und der übrigen Brandschutzkleidung an.

Das Lob der Kreispolizeibehörde für eine professionelle und unkomplizierte Zusammenarbeit beim Sturmtief „Xynthia“ vor einer Woche gab Eicker an Feuerwehr und Ordnungsamt weiter.

Große Ereignisse müssten kreisweit gemeinsam gemeistert werden, sagte Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath. Und: „Die interkommunale Zusammenarbeit leben die Feuerwehren schon seit 150 Jahren, sie sind ihre eigentlichen Erfinder.“ iwo

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