Wie die Polizei in Halver Weihnachten feiert

Alles schläft, keiner wacht? Von wegen! Polizei ist 24 Stunden im Dienst

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Polizeihauptkommissar Nils Haböck (vorne) mit Polizeikommissar Tobias Brück. Heiligabend verbringen sie mit Kollegen auf der Wache. Wenn’s klappt, gibt’s Kartoffelsalat. 

Halver - Am 24. Dezember sitzt die Familie unterm Tannenbaum, kocht lecker oder widmet sich dem Kartoffelsalat nach Hausrezept. Und Geschenke gibt’s natürlich. Es ist für viele der schönste Tag des Jahres.

Für die ganze Familie. Für viele Polizisten natürlich auch. Fährt die Polizeiwache Halver an den bevorstehenden Feiertagen mit Weihnachten und Silvester den Dienst herunter, wollte der Allgemeine Anzeiger von Dienstgruppenleiter Nils Haböck und von Polizeikommissar Tobias Brück wissen. Der Hauptkommissar und sein junger Kollege haben die späte Schicht am Heiligen Abend übernommen. 

Über die Dienststärke spricht die Polizei nicht mit der Presse. Aber eine Schmalspurbetreuung für die Volmekommunen Halver und Schalksmühle ist unvorstellbar. „24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über“ – das ist die klare Auskunft zur Polizeipräsenz. Und Silvester werde die Stärke eigens angepasst. 

„Das klappt zu 100 Prozent“ 

Aber welche Kollegen dürfen am Familientag zu Hause bleiben oder wenn man mit Freunden ins neue Jahr rutschen will? „Wir haben hier keine feste Regelung. Die Dienste sind freiwillig, und das klappt zu 100 Prozent“, sagt Haböck über das Team. 

Hilfreich war in diesem Jahr vielleicht auch, dass Brück das volle Programm mitnimmt. Heiligabend und den ersten Feiertag, auch den Nachtdienst zu Silvester. Der Polizeikommissar ist frisch fertig mit der Ausbildung. Jetzt will er sehen, wie das so läuft in Halver. Nachgefeiert wird mit der Familie dann eben am zweiten Feiertag. 

Was an den kommenden beiden Montagen passiert, ist aus polizeilicher Sicht eigentlich absehbar. Weihnachten werde im Regelbetrieb weniger los sein, allerdings komme es unter Umständen vermehrt zu Fällen häuslicher Gewalt. 

Doch Weihnachten merken die Polizisten schon vorher. Einsame Menschen, die vielleicht Angehörige verloren haben und sich vor dem Fest alleine zu Hause fürchten, rufen auf der Wache an, wollen einfach reden. „Wir machen das auch“, sagt Haböck, „diese Zeit müssen wir uns einfach nehmen.“ 

Weniger planbar ist die Silvesternacht. Bis 0 Uhr läuft es in der Regel glatt, danach sei verstärkt mit KV-Delikten zu rechnen. KV steht für Körperverletzung – und das geschieht in der Regel in Verbindung mit übermäßigem Alkoholkonsum. Auch darauf stellen sich die Beamten im Vorfeld ein.

Überörtliche Hilfe  

Kommt es zu größeren Schlägereien, helfen sich die nächstgelegenen Polizeiwachen gegenseitig. Die Dienststellen in Lüdenscheid und Meinerzhagen sind das für die Halveraner Kollegen, die umgekehrt natürlich auch angefordert werden können, sollte es dort heftiger kommen. Damit rechnet Haböck aber eher nicht. „Wir sind keine Großstadt mit konfliktträchtigen Großveranstaltungen“, so seine Einschätzung. 

Ein Abend wie jeder andere ist Heiligabend aber dann doch nicht, trotz aller Vorbereitung und professioneller Beurteilung im Vorfeld. Einen Plan gibt es schon, was man macht, wenn die Lage es zulässt. Der Plan heißt Kartoffelsalat mit Würstchen im Kollegenkreis. Das mache nichts, weil es nicht kalt werde, falls man ausrücken müsse, sagt Haböck augenzwinkernd. Und auch einen Baum haben die Kollegen besorgt und festlich geschmückt. Egal ist Weihnachten dann eben doch nicht. 

Fragt man Brück, ob er sich den anstrengenden Job so vorgestellt habe, zögert der keine Sekunde. „Ich würde es nicht tun, wenn es keinen Spaß macht. Jeder Tag ist anders. Jeden Moment kann sich etwas ändern.“ Na dann: Frohe und friedliche Weihnachten!

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