Tafel unterstützt fast 160 Familien in Halver und Schalksmühle

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Im hinteren Zugangsbereich zum Bürgerzentrum befindet sich die Ausgabestelle der Tafel. Etwa 100 Familien aus Halver werden dort durch Lebensmittel unterstützt, fast 60 weitere Familien sind es in Schalksmühle.

Halver - „Wir haben uns unsere Flüchtlinge gut erzogen.“ Astrid Lehmann, Organisatorin der aufwendigen Arbeit der Tafel Halver-Schalksmühle, sieht keine Probleme, wie sie jetzt beispielsweise von der Tafel in Essen gemeldet werden.

In der Ruhrgebiets-Großstadt hatte man einen Aufnahmestopp für Asylbewerber eingeführt. Das Problem der dortigen Tafel-Aktiven: Die Flüchtlinge verdrängten die deutsche Klientel, die an den Ausgabestellen keine Chance gegen das robuste Auftreten der anderen Kunden sähen. Ältere Menschen in Grundsicherung beispielsweise seien davon betroffen. Diesem Umstand wollte die Tafel in Essen Abhilfe schaffen und hatte damit landesweit Diskussionen ausgelöst.

Es habe mit der Zuwanderung tatsächlich anfangs eine merkliche Entwicklung gegeben, dass Deutsche nicht mehr an die Ausgabe gekommen seien, weil sie das Miteinander mit Ausländern hatten vermeiden wollen, so Astrid Lehmanns Beobachtung. Doch diese Befürchtungen hätten sich schnell in Luft aufgelöst, als sie wiederkamen und merkten: „Es geht doch!“.

Sorgen machen sich die Helfer unverändert an anderer Stelle. Der eingetragene Verein ist seit Beginn seiner Tätigkeit in den beiden Volmekommunen knapp bei Kasse. Mit 1200 bis 1500 Euro beziffert Astrid Lehmann die monatlichen Aufwendungen, die allein aus Spendenmitteln bestritten werden müssen. Im Klartext: Der Preis für Diesel spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der Arbeit, die unverändert von Ehrenamtlichen geleistet wird.

Die Versorgung mit Lebensmitteln hingegen ist zurzeit gesichert. „Wir haben genug“, sagt Astrid Lehmann, und wenn es einmal knapper sei, „dann wird geteilt.“

Die Zahl der Kunden, die auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen ist und die Hilfe annimmt, ist erstaunlicherweise kaum verändert und weitgehend unabhängig von konjunkturellen Verläufen. Etwa 100 Familien werden in Halver betreut, 57 in Schalksmühle, sagt Astrid Lehmann über die Größenordnung.

Insgesamt rund 400 Menschen werden über die kleine Organisation versorgt, die gerne neue ehrenamtliche Helfer finden würde. Und auch, wer seinen Bundesfreiwilligendienst dort ableisten möchte, ist willkommen. Über zehn entsprechende Stellen verfügt die Tafel in Halver/Schalksmühle. Nur zwei sind zurzeit besetzt.

Ansprechpartner für die Halveraner Tafel ist Astrid Lehmann. Telefon 0 23 55/50 85 63, Mobil 01 57/36 40 05 68

Spendenkonto: Sparkasse Lüdenscheid IBAN DE04 4585 0005 0000 1856 78

Die Tafeln in Deutschland

In Deutschland werden täglich etliche Tonnen Lebensmittel vernichtet, obwohl sie noch verzehrfähig sind. Gleichzeitig herrscht bei vielen Menschen Mangel. Die gemeinnützigen Tafeln schaffen einen Ausgleich: Sie sammeln überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel und verteilen diese an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte. Mit ihrer unbürokratischen Hilfe lindern die Tafeln die Folgen von Armut in einer reichen Gesellschaft. Die Tafeln sind eine der größten sozialen Bewegungen unserer Zeit.

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