Raubüberfall auf Tabak-Börse aufgeklärt

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Der versuchte Raubüberfall auf diesen Tabakladen an der Kölner Straße ist nach Polizeiangaben aufgeklärt.

HALVER - Für einen Polizeieinsatz an der Kölner Straße sorgte am 7. Juni ein bewaffneter Raubüberfall auf den dortigen Lotto- und Zeitschriftenladen – wir berichteten. Nach Polizeiangaben ist der Täter nun gefasst. Ein 26-jähriger Lüdenscheider, der früher in Halver wohnte und zur Schule ging, war nach seiner Festnahme geständig.

Drogensucht und Verschuldung verleiteten ihn nach eigenen Angaben dazu, am 6. Juni eine Schusswaffe zu kaufen und einen Mietwagen für gleich mehrere Raubüberfälle anzumieten. Am Tag darauf fuhr er gemeinsam mit seiner 20-jährigen Komplizin nach Halver. Etwas unterhalb des Lotto-Ladens wartete die junge Frau im Fahrzeug, während ihr Partner maskiert mit einem schwarzen Tuch und mit einer Schreck- und Gaswaffe bewaffnet in das Geschäft stürmte. Er bedrohte er einen 46 Jahre alten Angestellten mit der Waffe und forderte die Herausgabe der Tageseinnahmen. Doch der Angestellte weigerte sich, Geld aus der Kasse zu nehmen – woraufhin der Täter flüchtete. Nach dem gescheiterten Raub nahm das Duo noch zwei Netto-Märkte in Halver und Lüdenscheid in Augenschein, ehe es weiter nach Siegen fuhr. Dort sollte der bislang erfolglose Raubzug forgesetzt werden.

Vom gemeinschaftlichen Raub auf eine Spielhalle sah das Paar noch ab. Am späten Abend des 7. Juni versuchte es der Lüdenscheider aber erneut: Er überfiel eine Tankstelle in Montabaur – wo er ebenfalls scheiterte. In der Ortschaft Boden dann der nächste Versuch: Am frühen Morgen des 8. Juni erbeutete das Duo einen kleineren dreistelligen Betrag aus der Kasse. Gemeinsam tauchten die Beiden zunächst für ein paar Tage unter, um am Abend des 9. Juni die Großmutter der äußerst kriminell veranlagten Mittäterin in Hillscheid brutal auszurauben, wie es von der Polizei heißt. Die 86-jährige Geschädigte sollte ihre Enkelin bei der Tat nicht erkennen, deshalb wurden ihr die Augen verbunden. Außerdem wurde sie gefesselt. Das Räuberpärchen erbeutete Schmuck und Bargeld. Die alte Frau ließ man in ihrer hilflosen Lage im Haus liegen, woran sie ohne Hilfe bald an den Folgen der Fesselung gestorben wäre.

Letztendlich konnte das Räuberduo von der Polizei ermittelt werden. Der Haftrichter ordnete gegen beide die Untersuchungshaft an. Beide haben mit langjährigen Haftstrafen zu rechnen. Der Lüdenscheider hatte erst im Dezember 2012 einen schweren Wohnungsraub mit einem Messer verübt. Vom Landgericht Bonn wurde er zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe mit Therapieauflagen verurteilt. Die Mittäterin stammte aus dem Raum Rosenheim und arbeitete für längere Zeit in einer Drückerkolonne. Wie die Polizei erklärt, sei im Zuge der ersten Ermittlungen zunächst ein 23-jähriger Halveraner ins Visier geraten, dessen Unschuld sich schnell herausgestellt habe. - ots/zach

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