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Syrische Flüchtlinge kommen aus der Ukraine im MK an

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Von: Sarah Lorencic

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Menschen, die vor dem Krieg in der benachbarten Ukraine fliehen, besteigen am Grenzübergang einen Zug.
Menschen, die vor dem Krieg in der benachbarten Ukraine fliehen, besteigen einen Zug. © Daniel Cole/dpa

In Halver stammen neun von 19 Flüchtlingen, die aus der Ukraine eingereist sind, aus Drittstaaten. Die Stadt macht da keinen Unterschied - geholfen wird allen.

Halver – Von derzeit 19 Flüchtlingen aus der Ukraine, die in Halver Zuflucht gefunden haben, hat die Stadt Halver Kenntnis. Ob es mehr gibt, die sich noch nicht bei der Stadtverwaltung gemeldet haben, vermochte Bürgerdienstleiter Thomas Gehring am Donnerstag nicht zu sagen.

Zehn der 19 Personen sind Ukrainer, am Montag kamen in Halver aber auch neun Flüchtlinge aus der Ukraine an, die bereits aus Syrien flohen (wir haben sie getroffen). Zunächst wusste man nicht, wie man mit den geflüchteten Personen, die ursprünglich aus Syrien stammen, umgehen muss. Darüber aber herrscht jetzt Klarheit. Wie Gehring erklärt, gelten für alle Menschen, die aus der Ukraine flüchten, die gleichen Voraussetzungen. Sie müssen also unter anderem nicht zwingend ins Asylverfahren.

Auf europäischer Ebene wurde am 3. März die Massenzustrom-Richtlinie aktiviert. Das bedeutet: Ukrainische Flüchtlinge müssen in Deutschland und allen anderen EU-Ländern kein normales – üblicherweise langwieriges und bürokratisches – Asylverfahren durchlaufen. Stattdessen bekommen sie automatisch einen Aufenthaltsstatus. Dieser Aufenthaltsstatus – genannt: „vorübergehender Schutz“ – gilt zunächst für ein Jahr und kann sich zweimal automatisch um sechs Monate verlängern. Dieser kann noch einmal um ein weiteres Jahr, auf maximal drei Jahre, verlängert werden.

„Im ersten Moment“, sagt Bürgermeister Michael Brosch, „war ich überrascht über die Nachricht, dass syrische Flüchtlinge angekommen sind.“ Er sagt aber auch: „Das ist nicht repräsentativ für das, was noch kommt.“ Dass die Möglichkeit der Schutzsuche im Zuge der Ukraine-Krise so vereinfacht wurde, sieht Brosch als Ergebnis „junger Erfahrungen“, die man 2015 machte und: es sei gut. „Ich differenziere nicht. Es sind alles Menschen und sie brauchen Schutz. Wir helfen allen, so gut wir können.“

Nicht abzuschätzen sei nach wie vor, wie viele Flüchtlinge Halver erreichen. Einen Verteilungsschlüssel vom Land wird es vorerst nicht geben, sagt Gehring. Jeder, der kommt, reist derzeit privat an und komme meist auch bei Bekannten unter. Nur von den neun Syrern können die Bekannten aus Halver, die um Hilfe gebeten worden waren, nicht alle aufnehmen.

Es handelt sich um zwei Familien mit ihren Großeltern. Die Großeltern können bei den Bekannten bleiben, die beiden Familien wird die Stadt Halver schnellstmöglich unterbringen. Wo genau, ist noch nicht geklärt. Zur Verfügung stehen neben einigen städtischen Möglichkeiten mittlerweile auch potenziell 25 Wohnungen von Halveranern, die sich auf den Aufruf der Stadt gemeldet haben. „Überwältigt“ sei man von den Angeboten der Halveraner, die nicht nur schnell, sondern in so großer Fülle kamen. Gehring: „Wir sind positiv überrascht.“

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