Superintendent verweist auf Landessynoden-Empfehlung

Klaus Majoress

HALVER ▪ Die wieder aufgeflammte Diskussion in Halvers Evangelischer Kirchengemeinde zum Thema Homosexualität wird auch im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg interessiert verfolgt. Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich jetzt Superintendent Klaus Majoress zur aktuellen Debatte – und verweist auch auf klare Empfehlungen der evangelischen Landessynode aus den Jahren 1996 und 2001.

„Dass verschiedene Pfarrer verschiedene Meinungen und Ansichten haben, ist aus dem Ordinationsverständnis heraus durchaus gewollt und dienstrechtlich nicht handhabbar“, sagt Majoress. „Grundsätzlich ist die Landessynode gegen jegliche Form von Diskriminierung und Ausgrenzung homosexueller Menschen“, betont der Superintendent weiter, ausdrücklich, ohne den heimischen Pfarrern eine dahingehende Absicht unterstellen zu wollen. Um die Meinung der Landeskirche zu diesem Thema deutlich zu machen, verweist er jedoch auf die von der Evangelischen Kirche von Westfalen im Jahr 2003 veröffentlichte „Andacht für Lebenspartnerschaften“, die in Folge einer „intensiv geführten Diskussion“ im Theologischen Tagesausschuss und im Plenum der Landessynode entstand.

In dieser Arbeitshilfe für Gemeinden und Pfarrer werden konkrete Handelsmöglichkeiten im Bereich der pastoralen, seelsorglichen Begleitung von homosexuellen Paaren vorgeschlagen. Dazu gehört auch die liturgische Grundform einer Andacht für homosexuelle Paare, die bewusst auf solche Texte und Riten verzichtet, die ihren angestammten Ort in der Trauliturgie haben – „um die Andacht klar von der kirchlichen Trauung abzugrenzen“, wie es heißt. „Empfohlen wird ausdrücklich eine Segensbegleitung im nicht-öffentlichen Bereich“, erläutert Klaus Majoress. Das heißt: Eine solche Andacht soll nicht etwa im Rahmen eines Gottesdiensts stattfinden.

Bislang sei es indes noch nicht zu Gesprächen zwischen Superintendent und Halveraner Pfarrern gekommen. Auch in der Kreissynode, die am Mittwoch in Plettenberg stattfand (siehe unten), sei die aktuelle Diskussion in Halver kein Thema gewesen, so Superintendent Majoress, der die Diskussion dennoch verfolgt.

Grundlage des Andacht-Leitfadens von 2003 ist ein Beschluss der Landessynode aus dem Jahre 2001, in dem aus dem Römerbrief (15,7) zitiert wird: „Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ In diesem Sinne „bittet die Landessynode (die) kirchenleitenden Gremien, ein Vorbild in der glaubwürdigen Gesprächsbereitschaft zu geben und ihren Teil dazu beizutragen, Handlungsspielräume konstruktiv und vertrauensvoll auszuloten.“ ▪ Frank Zacharias

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