Rock-Festival: Bunter Mix zum Summerfest

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Halver - 17 Künstler aus Deutschland, Europa und Südamerika sorgen am Samstagabend beim 4. Hardcore Help Foundation Summerfest für internationales Flair im Halveraner Rathauspark.

Unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt warten knapp zehn Stunden Musik ohne Pause aus den Richtungen Rock, Punk, Metal und Hardcore auf die Besucher. Zur Einstimmung stellt unsere Zeitung bis Samstag alle Musiker vor, die in Halver auftreten. Im heutigen Teil warten unter anderem lautstarke Belgier und ein Singer/Songwriter, der seine Musik selbst als Akustikpunk bezeichnet.

Den Anfang machen A Saving Whisper, die im Rahmen ihres zehnjährigen Bestehens erstmals in Halver gastieren. Die 2007 gegründete Band aus Nürnberg hatte sich seit ihrer Anfangszeit trotz der Beibehaltung der Mischung aus Rock, Experimental und Posthardcore stetig weiter entwickelt. Spätestens mit dem ersten kompletten Album „Neverlandscapes“, das nach fünf Jahren Arbeit 2016 beim ursprünglich aus Halver stammenden Label Midsummer Records erschien, machte das Quintett dann den nächsten Schritt. Mit deutlich mehr Anleihen aus dem Postrock sowie einer guten Mischung aus ruhigen Stücken und kraftvollen, schnellen Liedern vermitteln A Saving Whisper inhaltlich ihre Analyse einer Endzeitstimmung und Selbstfindung, die sich durch die gesamten Stücke des aktuellen Albums ziehen und auch in Halver den Zuhörer zum Nachdenken anregen sollen.

Ebenfalls aus Bayern, allerdings aus München statt Nürnberg, finden Blackout Problems den Weg in den Halveraner Rathauspark. Inhaltlich gehen Blackout Problems ebenfalls einen eher kritischen Weg, wenn es in den Songtexten um die aktuelle Situation der Gesellschaft und den Spagat zwischen Urbanität und Natur geht. Umrahmt ist dies alles in einem zuweilen puristischen, aber dennoch klangvollen Alternativrock, der vor allem bei Liveauftritten Eindruck hinterlässt.

Vorrangig auf harte Gitarrenriffs, wummernde Bässe und viel Wucht in der eigenen Musik setzten Ashes. Die Belgier, die seit fünf Jahren gemeinsam unterwegs sind und seitdem mehr als 200 Konzerte in Europa und Südafrika spielten, haben sich von Anfang an dem Hardcore verschrieben. Ein energisch aufspielendes Schlagzeug gehört dabei ebenso wie einprägsame Bassmelodien und energiegeladene Gitarrenriffs zu den musikalischen Markenzeichen von Ashes. Dabei bezeichnet die Formation ihre Musik selbst als „Hardcore für Kids und von Kids“.

Alleine und mit vergleichsweise eher ruhigeren Klängen unterwegs ist Singer/Songwriter Tigeryouth alias Tilman Benning. Der Ostwestfale, der am Samstag um 16.30 Uhr als Erster auf die kleinere Second Stage darf, sieht seine Musik selbst als Akustikpunk, der sich wenig an Konventionen halten will. Dies spiegelt sich auch in den Texten wider, die oft etwas eigenwillig sind und meist aus den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Solokünstlers entstehen. Daher verspricht der Auftritt von Tigeryouth durchaus, ein Kontrast zum restlichen Geschehen des Tages zu werden.

Gerne einen Blick über den musikalischen Tellerrand hinaus werfen derweil Malcom Rivers. Zwar sieht sich die Formation aus Münster selbst vorrangig im Posthardcore und Metal beheimatet, musikalische Ausflüge gehören aber dennoch zum festen Bestandteil der Musik. Dabei versucht sich die Band trotz der Inhalte ihrer Texte nicht immer selbst ganz ernst zu nehmen. Gerade bei Liveauftritten wollen Malcom Rivers für Unterhaltung bei sich und dem Publikum sorgen, ohne dabei zu sehr auf einstudierte Abläufe zurückzugreifen.

In eine ganz andere Richtung geht derweil der Auftritt von Ratlord. Die Gruppe, die erst seit etwas mehr als einem Jahr in dieser Besetzung unterwegs ist, hat sich Death Metal als Musikrichtung gesetzt. Angelehnt an die skandinavische Death Metal Szene ist die Band aus Düsseldorf noch auf der Suche nach dem letzten eigenen Schliff und greift dabei durchaus auf Jazz oder Blues als zusätzliche Inspiration zurück, was sich morgen auch beim Auftritt beim Summerfest zeigen wird.

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