Konflikte gemeinsam lösen

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Humboldtschulleiter Reiner Klausing mit den GTS-Streitschlichtern Lea Lehmann und Grigorios Koutsarlis.

Halver - Wenn Schüler sich streiten, sind an der Ganztagsschule (GTS) schnell Streitschlichter zur Stelle. Das Modell hat sich über Jahre bewährt – und das Projekt zur Gewaltprävention soll trotz des Auslaufprozesses der GTS weitergeführt werden. Die Streitschlichter aus der Jahrgangsstufe zehn bieten ihre Hilfestellungen deshalb jetzt den Fünftklässlern der Humboldtschule an.

Sie haben sich ein ganzes Schuljahr lang von der ehemaligen GTS-Konrektorin Christina Meemann (jetzt Lehrerin an der Humboldtschule) ausbilden lassen. Seit dem Sommer sind sie im Einsatz: Zertifizierte Streitschlichter, die sich darum bemühen, dass Mitschüler Ärger gemeinsam und unkompliziert aus der Welt schaffen können.

Dadurch, dass die GTS ausläuft, kommen aber keine jungen Schüler mehr nach, um die sich die Streitschlichter kümmern könnten. Ganz anders sieht das an der Humboldtschule aus, die Anfang des Jahres im Gebäude der Realschule an den Start gegangen ist. Hier gibt es einen frischen Fünfer-Jahrgang und damit einen neuen Wirkungskreis für Lea Lehmann und Grigorios Koutsarlis. Im Wechsel mit sechs weiteren GTS-Konfliktlösern (Jennifer Krüger, Stevan Grubac, Burak Vincoglu, Jessica Neumann, Anna Lena Keil und Tamara Saremba) sind sie dreimal pro Woche in der Mittagspause von 13.10 bis 14.05 Uhr an der Humboldtschule. Ein Plakat im Eingangsbereich mit Fotos und Informationen weist auf das Angebot hin – und die Streitschlichter haben sich bereits in den Klassen den Schülern und Lehrern vorgestellt.

„Montags, mittwochs und donnerstags stehen zwei von uns jetzt in der Mittagspause in der Pausenhalle. Die Schüler können einfach auf uns zukommen, wenn es ein Problem gibt“, erklärt Lea Lehmann. Grigorius Koutsarlis: „Es gibt viele verschiedene Fälle. Manchmal kommt es durch eine Beleidigung zum Streit. Ganz selten schlagen sich Schüler auch.“

Dann kommt ein Lehrer oder eine Streitpartei auf die Konfliktlöser zu – und es gibt ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten. „Wir stellen dann offene Fragen, damit nichts falsch rüberkommt. Es soll sich ja keiner beschuldigt fühlen“, berichtet Lehmann. „Die Schüler kommen dann fast immer selbst auf eine Lösung. Nach einer Weile gibt es noch mal einen Nachfolgetermin, bei dem überprüft wird, ob auch alle mit der Lösung gut klarkommen.“

Reiner Klausing, Leiter der Humboldtschule, freut sich darüber, dass das Projekt an seiner Schule fortgesetzt wird: „Mitschüler sind oft einfach näher dran als Lehrer. Durch die vertraulichere Aussprache lassen sich Probleme so oft einfacher lösen.“

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