Primus-Schule: „Wachsende Vorbehalte gegenüber Halver“

HALVER - Mit einem deutlichen, wenn auch nicht einstimmigen Nein zur dreizügigen Primus-Schule hat der Rat am Montag ein deutliches Signal in Richtung Schalksmühle gesendet. Dass diese Entscheidung auch „atmosphärische Störungen“ zur Folge haben könnte, wie Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) befürchtet, nehmen die Halveraner Kommunalpolitiker in Kauf – denn jetzt gehe es zunächst darum, die eigene Sekundarschule zu etablieren, wie es hieß.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde Schalksmühle aufgrund hoher Anmeldezahlen die Zustimmung zu einer Dreizügigkeit erbeten. Wie Fachbereichsleiter Thomas Gehring betonte, ging mit dieser Bitte der Hinweis einher, „dass bei einer Zweizügigkeit die Aufnahme von aktuell drei Kindern aus Halver nicht erfolgen könne“. Dies sieht Gehring anders. Er hält die „Beschulung“ der Halveraner auch bei einer Zweizügigkeit für möglich und machte gegenüber den Fraktionen deutlich, einen Zusammenhang zwischen der Halveraner Entscheidung und den Aufnahmemöglichkeiten nicht zu sehen.

Hinzu kommt für Bürgermeister Dr. Bernd Eicker die einst getroffene Vereinbarung auf Zusammenarbeit auf dem Schul-Sektor. „Auch nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Sekundarschule an beiden Standorten haben wir uns darauf verständigt, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird.“ Die gemeinsame Schulentwicklungsplanung ziele eben nicht nur auf ein Schulangebot in Schalksmühle ab, sondern auch auf eine Sekundarschule in Halver. Bevor diese nicht errichtet worden ist, lasse sich keine Einschätzung zur möglichen Zügigkeit der Schulen treffen – weder für Schalksmühle, noch in Halver. Sprich: Der Volmegemeinde soll die Zustimmung verwehrt werden. Mehr noch: Die Gemeinde Schalksmühle soll „ausdrücklich“ darum ersucht werden, sämtlichen Halveraner Kindern in jedem Fall den Besuch der Primus-Schule zu ermöglichen, „um die Gemeinsamkeit des gemeinsamen Schulstandorts zu dokumentieren“, wie es in einer Vorlage der Verwaltung heißt.

Dieses letztlich beschlossene Vorgehen stieß im Rat bei Grünen und FDP auf Kritik. Andreas Gerrath (FDP) wünschte sich eine einvernehmliche Lösung und pochte darauf, Schalksmühle frei über die Dreizügigkeit entscheiden zu lassen. Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) betonte hingegen, dass die Nachbargemeinde ohnehin ihren eigenen Weg gehen könne und eine Verweigerungshaltung das Verhältnis zwischen beiden Kommunen nachhaltig beeinträchtigen könnte. „Es gibt schon jetzt wachsende Vorbehalte gegenüber Halver“, wusste Osenberg aus privaten Gesprächen zu berichten.

Paul-Adolf Turck (UWG) betonte daraufhin, dass ihm eine Kooperation mit Schalksmühle wichtig sei, die Stadt Halver ihrem Nachbarn aber schon mit der bereits erteilten Unterstützung in Sachen Primus-Schule geholfen habe. „Wir haben gesagt: Jawohl, ihr könnt unsere Kinder mitzählen. Dieses Signal sollte doch angekommen sein.“ Jetzt müsse indes Halver sehen, dass es seine Hausaufgaben macht und eine Sekundarschule errichtet. „Wenn dieser Schritt getan ist, ist es selbstverständlich, dass ein größerer Austausch stattfinden kann. Im Augenblick ist die Sekundarschule größtes Thema für uns.“

Von Frank Zacharias

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