Streik: Awo-Kita mit Notbesetzung

Lediglich 25 statt 80 Kinder spielten am Dienstag in der Awo-Kita „Wundertüte“ an der Weststraße. ▪ Fraune

HALVER ▪ Mitarbeiterinnen der Awo-Kindertagesstätte „Wundertüte“ haben sich am Dienstag am Warnstreik in Gevelsberg beteiligt. Lediglich zwei Notgruppen waren für die Kinder von Eltern eingerichtet, die aufgrund von beruflichen Gründen auf eine Betreuung nicht verzichten konnten.

Damit spielten nur 25 statt der eigentlich 80 Mädchen und Jungen im Kindergarten. Die Reaktion auf Seiten der Eltern sei verständnisvoll gewesen, erklärte Kita-Leiterin Doris Teske gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger. Innerhalb der Belegschaft sei aber kontrovers über den Warnstreik diskutiert worden. Einerseits würden alle die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, sicheren Arbeitsplätzen und mehr Lohn begrüßen. Andererseits stehe die Verpflichtung gegenüber den Eltern. „Da ist eine Entscheidung nicht immer leicht.“ Denn: Alle würden das wollen, was die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wolle, aber es sei schon ein Problem, die richtige Entscheidung zu treffen. „Jeder, der streiken wollte, konnte das tun.“ Um einen Kompromiss handele es sich bei der Regelung mit den beiden Notgruppen insofern, dass die Betreuung aufrecht erhalten bleibe. Dass sich die Awo-Einrichtung in Halver nicht am ersten Warnstreik vor wenigen Wochen beteiligt habe, sei auf die mangelnde Kommunikation zurückzuführen. „Wir wussten nichts davon.“

Die Forderungen der heimischen Awo-Beschäftigten unterstützt auch die Vorsitzende des Halveraner Ortsvereins, Regina Reininghaus. Sie selbst stehe für Bildung ein und diese fange bereits im Kindergarten an. „Da braucht man gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter. Und die sollen das Geld bekommen, was sie verdienen.“ Außerdem blickt die Awo-Ortsvereinsvorsitzende auf die Attraktivität des Berufes für mögliche männliche Erzieher. „Die hängt mit der Dotierung der Arbeit zusammen.“

Dass die Arbeiterwohlfahrt einfach auf die knappe finanzielle Ausstattung des Wohlfahrtverbandes verweisen kann, sieht Reininghaus nur bedingt. „Es muss nach Wegen für die Finanzierung gesucht werden.“ Sie wisse von der Kindertagesstätte „Wundertüte“ in Halver, dass die Mitarbeiter dort keine unverschämte Erwartungshaltung bei den Lohnforderungen hätten. ▪ Marco Fraune

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