Ohler Weg: Der eine zahlt, der andere nicht?

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Ortsausgang in Oberbrügge am Ohler Weg: Am Ortsschild endet die Zuständigkeit der Stadt Halver für den Zustand der Straße. Ab dort ist Lüdenscheid in der Pflicht.

Oberbrügge/Lüdenscheid - Wenn im kommenden oder im darauf folgenden Jahr der Ohler Weg in Oberbrügge saniert wird, könnte es zu einer kuriosen Situation für die Anwohner der Straße kommen.

Die Stadt Halver plant – nach langem politischem Gerangel der Fraktionen – bekanntlich die Sanierung der Straße aus eigenen Mitteln der sogenannten konsumtiven Straßenunterhaltung. Auf der Prioritätenliste steht sie ganz oben, wenn die zurzeit laufenden Maßnahmen am Mühlenberg und am Mühlengrund im kommenden Jahr abgeschlossen sind. 

Doch der Ohler Weg hat eine Eigenheit: Er verbindet parallel zur Volme die Nachbarstädte Lüdenscheid und Halver. Und Lüdenscheid hat eigene Pläne für die kleine Wohn- und Sammelstraße.

„Erstmalige Herstellung“ 

Im dortigen Rathaus steht der Ohler Weg auf einer anderen Liste, nämlich als sogenannte Erstherstellung. Der Lüdenscheider Abschnitt des Weges würde demnach unter erheblicher Beteiligung der anliegenden Grundstückseigentümer saniert. Am Ohler Weg handelt es sich dabei um diese sogenannte erstmalige Herstellung, das heißt, dass ein Großteil der Kosten auf diesem Abschnitt auf die Bürger umgelegt würde.

Das wiederum dürfte bedeuten, dass bis zur Stadtgrenze nach Lüdenscheid die Straße auf Kosten der Stadt Halver in Ordnung gebracht würde, während die Lüdenscheider Anwohner zwischen Schiefer Ahelle (Lüdenscheid) und dem Ortsschild zahlen würden. Was auf den ersten Blick nach einer groben Ungerechtigkeit aussieht, ist es in Wirklichkeit aber nicht, wissen die Fachleute in den Bauverwaltungen.

Denn auf Halveraner Seite gilt die Straße als „erstmalig hergestellt“ mit Gehwegen und Zubehör, und zwar vor vielen Jahren unter finanzieller Beteiligung der Anwohner. Der Lüdenscheider Abschnitt aber ist unverändert Provisorium geblieben. Akute Sorgen muss sich allerdings zurzeit noch niemand machen. 

Handlungsbedarf bestünde auch für die Schiefe Ahelle. Wann die Herstellung erfolgt, ist unklar – in den kommenden Jahren aber wohl kaum.

In den kommenden Jahren werde wohl kaum etwas passieren, heißt es im Lüdenscheider Rathaus auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers. Die erstmalige Herstellung würde auch die Schiefe Ahelle und die abgehende Stichstraße Am Grünen Ufer berühren. Technisch, logistisch und rechtlich ist dies aber ein heikles Projekt. Nicht an allen Stellen ist die Stadt Lüdenscheid Eigentümer. 

Auf fremdem Grund aber kann und darf sie keine entsprechenden Maßnahmen einleiten. Und selbst wenn Lüdenscheid die Herstellung der zum Teil maroden Straße angehen würde, stünde die Stadt vor einem weiteren Problem: Wäre die Schiefe Ahelle über Monate gesperrt, müsste die Zuwegung für die Anwohner sichergestellt werden. Das geschieht im Normalfall in Richtung Volmestraße (B 54). Fällt diese Option während der Baumaßnahme weg, wären Schiefe Ahelle und Am Grünen Ufer nur noch durch einen Waldweg erschlossen, der zurzeit nur für Geländewagen nutzbar ist und in Brügge endet. 

Nahtstelle zwischen den Städten 

Würde Lüdenscheid hingegen die Sanierung beginnen, entstünde ein weiteres Problem an der Nahtstelle zwischen den Kommunen. Die Straßensanierung in Halver ist eben keine nochmalige und schöne Wiederherstellung, sondern bleibt mehr oder weniger Flickwerk. Der Lüdenscheider Abschnitt müsste hingegen nach allen Regeln gebaut werden. Die schöne neue Fahrbahn und die Gehwege würden dann am Ortsschild enden, wenn sich die Städte nicht im Vorfeld auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

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